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Ein Porträt über INSERT COIN

Datum: Mittwoch, 28. Oktober 2009, 14:09

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Ein kurze Geschichte der Musik und eine Hommage an liebe Freunde

FORCHHEIM (ad) - Die blühende Musikszene der Region Forchheim wird zu einem guten Teil geprägt durch ein eher seltenes Phänomen: Stabile Bands, die über Jahrzehnte existieren und in der ansonsten äußerst wechselhaften Szene für konstante Faktoren sorgen. Es gehört mittlerweile zum guten Ton, wenigstens das zehnjährige Bandjubiläum feiern zu können. Eine Band allerdings schießt den Vogel ab: INSERT COIN, die "Alterspräsidenten" der Forchheimer Musikszene oder - wie Charlie "Evil" Pichl souverän sagt - "Die alten Böcke". Darin schwingt eine gehörige Portion Stolz mit: Im nächsten Jahr werden es bei Insert Coin 30 Jahre. Ein kleiner Rückblick sei gestattet.

Die Anfänge: HYPOZENTAURUS

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Selige Zeiten. Nostalgische Gefühle kommen hoch, betrachtet man auf www.insert-coin.cc die alten Bilder. Unvergesslich auch die eigenen Erinnerungen: Charlie Pichl, mit Wuschelhaaren, Sonnenbrille und Cowboystiefeln, im FIAT Sportwagen ... . Damals, ganz am Anfang, noch vor dem Führerschein, haben wir alle "Disco gemacht". Angeregt durch unser großes Vorbild "DISCO 2000" (beim Hofmann in Kersbach) bildeten sich mehrere Gruppen, die um die Gunst der aufkeimenden Partyszene rangen: "AQUALUNG", die "DISCO BOYS" und eben "HYPOZENTAURUS". Wir erinnern uns: "Echte" Diskotheken gab es damals noch nicht, zumindest nicht hier bei uns, zumindest nicht ohne Auto erreichbar. Also war Selbsthilfe angesagt. Damals schon im Dunstkreis von HYPOZENTAURUS: Stefan Sauer, mit seiner Vorliebe für Tontechnik und vor allem für abgedrehte Lichtanlagen. Mann, wenn das damals ein Elektriker gesehen hätte ... naja, wir haben es alle überlebt. HYPOZENTAURUS jedoch verließen die Disco-Szene, wandten den Konserven den Rücken zu und fingen an, selbst Musik zu machen. Legendäre Auftritte auf dem Nederkeller und dem Rappenkeller folgten ... und wir verloren uns etwas aus den Augen.

INSERT COIN I: Die Amateure

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Kaum vergingen ein paar Jahre, hatten auch wir den Absprung in die "reale" Musik geschafft und mit uns viele Andere: "Durchfall", "Zwangsjacke", "Kurzschluss", "Hals-Nasen-Ohren-Band" und wie sie alle hießen. Unser aller Vorbild (doch doch, Jungs, das kann man so sagen): Heinz Götz mit seiner Band "Orbis" (die jetztige "Messenger Family Band"), schon damals im Profilager und auf größeren nationalen Festivals vertreten. Es sollten jedoch noch Jahre vergehen, bis wir mal auf dem selben Konzert wie Heinz spielten. Unsere alten Freunde von HYPOZENTAURUS änderten ihren Namen in INSERT COIN (*die* Geschichte wäre alleine einen eigenen Artikel wert ...) und spielten das, was sie seitdem nie aufgehört haben zu spielen - kracherten Hardrock. Die Magie jener Jahre hat sich erhalten in den wohl berühmtesten vier Akkordfragmenten der Rockgeschichte: Die invertierten Quinten von DEEP PURPLEs zeitlosem Mega-Hit "Smoke on the Water". Wer Charlie Pichl und Dave Scholler am letzten Forchheimer Altstadtfest erlebt hat, der weiß wovon ich rede.

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INSERT COIN hatten selbst in jenen frühen Jahren das, was eine "Travelling Band" ausmacht - einen Bandbus, den sie von Dave Schollers Vater geschenkt bekommen hatten. Wir geben es gerne zu: Uns fraß der blanke Neid. Der Bus war ein eher abenteuerliches Gefährt, aber es war ein Bus, und Charlie Pichl kann wirklich Abenteuer von den Reisen mit dem Bus erzählen. Wer fährt schon auf Einladung des legendären Rappenkeller-Wirtes Manni Hanika (Gott hab ihn selig) nach Ungarn um dort zu spielen? Die COINs, wer sonst.

INSERT COIN II: Langsam wirds

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Mittendrin, irgendwann gründeten wir die Musiker-Initiative Ebermannstadt-Forchheim, kurz M.I.E.F., die heutige MEGAFON. Von Anfang an engagiert dabei: Die COINs. Die Jungs haben sofortbegriffen, um was es ging - eine Selbsthilfe-Organisation für Musiker. Mit anderen Worten: Man muss sich "einbringen" um was "herauszuholen". Und die COINs brachten sich weiß Gott ein. Unsere dicke Freundschaft stammt aus jener Zeit, aus dem gemeinsamen Verfolgen unserer Ziele. In diesen Jahren haben wir viel gelernt, auch und gerade die COINs. Trotz Charlies unvergessenem Aufruf auf der Mailwaldbühne im Erlanger Stadtwald: "Eds dunn mä alla amoll so als wenn des a echds Kondsädd weä ..." In dieser Zeit fand auch eine wichtige, entscheidende Diskussion statt: Cover-Rock oder eigene Lieder? Gottseidank haben sich die Jungs für eigene Lieder entschieden (auch wenn auf jedem Konzert ein paar der alten Kracher erklingen).

INSERT COIN III: Aufbruch ins 21. Jahrhundert

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Hört sich dramatisch an, ist aber so. Gegen Mitte der 90er Jahre trat eine allgemeine Professionalisierung der Szene ein, und die COINs waren "fett dabei". Endgültig vorbei die Zeiten der selbstgebauten Licht- und Verstärkeranlagen. tERROR FUNk mISsion ließen es als Erste krachen: Martin Wohlleib von STARLIGHT DESIGN baute im Saaltorturm eine für damalige Verhältnisse gigantomanische Lichtanlage auf. Das war denn auch der Startschuss für die COINs, ab da sahen die Konzerte auch wie richtige Konzerte aus. Und langsam änderte sich auch der Stil: Ruhiger, abgeklärter, geradliniger. Auch die COINs selbst: Schließlich heirateten einige, wurden Familienväter, machten Karriere ... trotzdem verloren sie nie die Liebe zu ihrer Musik, eine echte, wahre Liebe. Wer heute in ihren Proberaum kommt, der reibt sich die Augen. Das ist kein versifftes feuchtes Loch wie noch vor 20 Jahren. Das ist ein Raum, der auch als Wohnzimmer durchgehen könnte, mit allem erdenklichen Komfort. Sie haben es geschafft: Die Musik ganz einfach in ihr Leben zu integrieren, sie nicht als etwas "nebensächliches" zu betrachten, das bei Heirat oder Ortswechsel zur Disposition steht. Die COINs leben ihre Musik.

Auf die nächsten 30 Jahre!


Informationen im Netz unter www.insert-coin.cc
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