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Berichte: Rund ums Walberla: Tag der offenen Brennereien

Datum: Montag, 19. Oktober 2009, 11:00
Rubrik: Wirtschaft

Wandern auf den "Brennerei- und Brauerei - Wegen" bei durchwachsenem Wetter

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RUND UMS WALBERLA (ad) - Nach dem traumhaften Wetter der letzten Jahre musste ja mal ne "Abwechslung" kommen. Aber musste es gleich ein veritabler Kältesturz sein? Nachdem es in der letzten Woche bereits vereinzelt geschneit hatte und der Wetterbericht fürs Wochenende reichlich durchwachsen war, ließen sich sicherlich einige potentielle Wanderer abschrecken. Die vom Tourismusverein "Rund ums Walberla" mit viel Sorgfalt ausgetüftelten und beworbenen Wanderwege zwischen den Brennereien und Brauereien hätten ein freundlicheres Wetter verdient gehabt. Ein Trost bleibt den Verzagten: die Wege kann man ja auch außerhalb des "Tags der offenen Brennereien" bewandern, allerdings sollte man dann vorher klären wann die Probierstuben und Brauereigasthäuser geöffnet haben.

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Den Autokennzeichen nach zu urteilen, waren weniger Besucher aus dem "nichtfränkischen Ausland" zu verzeichnen. Eine Erklärung dafür könnte der Umstand sein, dass bei dem anhaltend feuchtkalten Wetter die Zahl der Feriengäste unter dem Durchschnitt blieb. Eine genauere Analyse wird sicher die obligatorische Nachbesprechung der Schnapsbrenner geben, die in den nächsten Tagen in einem der teilnehmenden Betriebe stattfinden wird.

Andererseits war - von den gelegentlichen Schauern mal abgesehen - gutes, wenn auch kaltes Wanderwetter. Viele der Brenner hatten darauf reagiert und boten heiße Varianten ihrer Erzeugnisse an, entzündeten Holzfeuer zum Aufwärmen oder kredenzten heiße Suppen. Auf den größeren Betrieben gab es sogar beheizte Zelte und Scheunen, manche sogar mit Musik.

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Trotz des kalten Wetters war der Einbruch bei den Besucherzahlen gering: Die Massen kamen, zweifelsohne. Wie anders wäre zu erklären dass bei der Brennerei Haas in Pretzfeld sage und schreibe 300 am Grill gebratene Enten verkauft wurden? Das wirft natürlich andere Fragen auf: Schadet so ein Ereignis der heimischen Gastronomie? Oder, wie es eine Besucherin ausdrückte: "Wer braucht denn heute noch ein Gasthaus?" In diesem Fall schadet es sicher nicht. Die blanken Zahlen sprechen für sich: letztes Jahr waren ca. 15.000 Besucher in dieser Region. Welche heimische Gastronomie könnte einen derartigen Ansturm zusätzlich(!) verkraften? Zur Erinnerung: Beim allerersten "Brennereitag" waren viele Wirtshäuser schon nachmittags restlos ausverkauft - wir wissen von einem Fall, da gab es nicht mal mehr eine Scheibe Brot. Und auch heuer zeigte sich dass Beides gut nebeneinander existieren kann, grad in Pretzfeld: bei der Brauerei Nikl gleich gegenüber vom Haas war die "Sau am Spieß" nachmittags um 15 Uhr restlos weg.

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Bei soviel Licht schleichen sich auch ein paar Schatten in das schöne Bild. Wie bereits erwähnt, gab es in einigen Zelten und Scheunen auch Musik. Allerdings ließ die Musikauswahl oft sehr zu wünschen übrig: Auf so eine Veranstaltung passt nun mal kein Alleinunterhalter mit Digitalkeyboard und Rhythmuscomputer. Und auch keine amerikanischen Folk-Rock-Oldies. Liebe Brenner: Ihr lebt in Oberfranken. Hier gibt es fränkische Musiker, die fränkische Musik spielen. Ihr lebt von einer regionalen Identität, die sich nicht von selbst bewahrt, die ganz im Gegenteil aktiv erhalten werden muss. Die "Schwesterveranstaltung" Kunst & Genuss macht es doch vor, da spielen an den Vernissagen fränkische Gruppen, ein fantastisches Erlebnis. Warum nicht am "Tag der offenen Brennereien"?

Unter den Brennern gibt es auch schon Stimmen, die generell gegen jede Art der "Unterhaltung" an diesem Tag sind. Das sei doch kein Volksfest, das Produkt stehe im Mittelpunkt, alles andere verwässere den Grundgedanken. Da ist natürlich auch was dran, und die Brenner sind gut beraten auch in den nächsten Jahren enge Grenzen zu setzen. Sonst finden sich in zwei, drei Jahren die ersten Schießbuden und "Langos"-Stände. Und das muss nun wirklich nicht sein.

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Eine Ausdehnung anderer Art dagegen ist zu begrüßen: Zwei neue Betriebe verstärkten heuer die Reihen der Veranstalter. Die Brauerei "Elch-Bräu" in Thuisbrunn dürfte mittlerweile allgemein bekannt sein, die Brennerei Heilmann in Gosberg dagegen weniger. Der Betrieb - aufgebaut nach klassischem fränkischen Muster mit Hof und Wohnhaus und Scheunen im Karreé - fällt schon beim Vorbeifahren auf durch die zahlreichen farbenprächtigen Kürbisse. Im Hofladen wird Gemüse und Obst frisch vom Erzeuger verkauft. Die Brennerei ist eine "Adrian" neueren Datums, mit elektrischem Rührwerk (siehe Bild). Auch vom "Neuen Wiesentboten" ein "Herzlich Willkommen!" im Kreis der Brenner rund ums Walberla!


Weitere Informationen unter www.schnaps-brennerei.com
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