BAMBERG (pm) - Die Sozialstiftung Bamberg und die Ärzteverbände haben eine Vereinbarung unterzeichnet, in der sie sich über das künftige Vorgehen vor dem Kauf von Kassenarztsitzen durch die Sozialstiftung Bamberg verständigt haben. Die Beteiligten sehen es als eine gemeinsame Aufgabe, die politisch und gesundheitsökonomisch bedingte Strukturveränderung konstruktiv und zukunftsweisend zu begleiten.
Im Mittelpunkt steht dabei eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Patientenversorgung. Die Ärztevertreter hatten die Sozialstiftung zu einem verbesserten Dialog und mehr Transparenz sowie ggf. Mitsprache in ihren strategischen Entscheidungen aufgefordert. Oberbürgermeister Andreas Starke bezeichnete die Vereinbarung als sensible und stimmige Lösung: Patientinnen und Patienten in Bamberg erwarten zurecht gleichbleibend hohe medizinische Qualität und Kompetenz sowie die enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung. Dies sei jedoch nur gemeinsam möglich.
Auf Einladung von Oberbürgermeister Andreas Starke, Dr. Markus Schneider (Vorsitzender des Vereins Fachärzte für Bamberg e.V.), Dr. Georg Knoblach (Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Bamberg) und Dr. Hubert Metzner (Obmann der Hausärzte der Stadt Bamberg) hatte Anfang Juli ein Treffen mit rund 120 ambulant und stationär tätigen Ärztinnen und Ärzten der Stadt und des Landkreises Bamberg stattgefunden, bei dem die gegenseitigen Positionen im Zusammenhang mit dem Erwerb von Kassenarztsitzen durch die Sozialstiftung Bamberg ausgetauscht wurden. Eine deutliche Mehrheit der Teilnehmer bewertete diesen innerärztlichen Dialog als hilfreich und hielt weitere Veranstaltungen dieser Art für sinnvoll, um das gegenseitige Verständnis und Vertrauen zu stärken.
Die während der Veranstaltung vorgetragene Resolution der Ärzteschaft mündete in einer gemeinsamen Vereinbarung. Darin verständigen sich alle Beteiligten, dass sich die Vertreter der Ärzteverbände (Ärztebund Franken, Fachärzte für Bamberg, Gesundheitsnetz Jura und Ärztegenossenschaft Steigerwald) und der Sozialstiftung vor der Kaufentscheidung über einen Kassenarztsitz durch die Sozialstiftung Bamberg treffen und gegebenenfalls Bedenken gegen einen Erwerb vortragen können. Ziel des Treffens und der politische Wille aller Beteiligten besteht zweifellos darin, eine einvernehmliche Lösung unter Berücksichtigung der Interessen der abgebenden Ärzte, der Ärzteverbände und der Facharztgruppen zu finden und den Erwerb von Kassenarztsitzen gegen den Willen der niedergelassenen Ärzte zu vermeiden.
Im Gespräch haben die Vertreter aller Beteiligten bekräftigt, durch Strukturveränderungen und eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung die Gesundheitsregion Bamberg weiter zu entwickeln und zu stärken.
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