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Kinder vor giftigen Pflanzen schützen

Datum: Donnerstag, 16. Juli 2009, 22:53

BAMBERG (pm) - Viele Blumen, Büsche und Sträucher haben Bestandteile, an denen sich gerade kleine Kinder vergiften können. Besonders gefährdet sind Zwei- und Dreijährige, die gerne alles in den Mund stecken. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Hautausschlag können Anzeichen einer Pflanzenvergiftung sein. Besteht ein entsprechender Verdacht, ist es wichtig, die richtigen Erstmaßnahmen einzuleiten.

„Wir raten Eltern, sich darüber vorab zu informieren“, so Peter Weber, Direktor von der AOK in Bamberg. Auskünfte hierzu gibt es bei der Giftzentrale im Internet unter: www.meb.uni-bonn.de/giftzentrale. Beispielsweise ist es empfehlenswert, wenn das Kind Wasser, Tee oder Saft trinkt, allerdings nur in kleinen Schlucken und Mengen. Milch sollte das Kind nicht zu sich nehmen, da dies in vielen Fällen eher die Aufnahme des Giftes durch den Darm beschleunigt. Auf keinen Fall dürfen die Eltern bei ihrem Kind Erbrechen auslösen. Am besten ist es, ärztlichen Rat einzuholen. Ist das Kind bewusstlos, sollten sie es in die stabile Seitenlage bringen, keine Flüssigkeiten einflößen und unverzüglich den Notarzt rufen. Die Giftnotrufzentrale des Universitätsklinikums Bonn berät Laien und medizinische Fachkreise rund um die Uhr kostenfrei unter 0228 19240.

Zu den gefährlichsten Pflanzen hierzulande zählen die als Kübelpflanze beliebte Engelstrompete, sowie Fingerhut, Goldregen, Maiglöckchen und Tollkirsche. Rohe Gartenbohnen dürfen Kinder ebenfalls auf keinen Fall essen. Hier macht erst das Kochen die Giftstoffe unschädlich. Aber auch vermeintlich harmlose Pflanzen können Beschwerden hervorrufen. Die schwarzen Beerenfrüchte des Gemeinen Efeus oder Rinde, Blätter und Früchte des Buchsbaums sind ebenfalls giftig. Die Samen der Herbstzeitlosen können sogar Krämpfe und Atemlähmung auslösen. Diese Pflanze wird häufig mit dem Krokus verwechselt.

Weber rät deshalb: „Erklären Sie Ihrem Kind, dass viele Pflanzen giftig sind. Fordern Sie es auf, generell keine Blätter, Früchte, Samen oder andere Pflanzenteile zu essen.“ Zudem sollten Mütter und Väter sich darüber informieren, ob im Spielumfeld oder auf dem Schulweg des Kindes giftige Pflanzen vorkommen, um die Kinder darauf aufmerksam machen zu können. Beim Kauf von Pflanzen ist es am sinnvollsten, nur Blumen und Sträucher anzuschaffen, die unbedenklich sind.


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