Bessere gerontopsychiatrische Qualität ist das Ziel
STREITBERG/UNTERLEINLEITER (pm) - In den Alten- und Pflegeheimen des Diakonischen Werkes Bamberg-Forchheim sorgen die verantwortlichen Mitarbeiter mit regelmäßigen Befragungen der Bewohnerinnen und Bewohner normalerweise dafür, dass die Zufriedenheit der Senioren mit den Leistungen der verschiedenen Arbeitsbereiche wie der Küche, der sozialen Betreuung oder natürlich der Pflege erhoben wird. Im Seniorenzentrum Lindenhof in Unterleinleiter und im Seniorenzentrum Martin Luther in Streitberg ist eine solche Befragung bei den schwerer Demenzkranken auf Grund von Störungen der Hirnfunktionen nicht mehr möglich.
Dennoch ist das Wohlbefinden der so genannten gerontopsychiatrisch veränderten Menschen von hoher Bedeutung, gerade auch für die konzeptionelle Entwicklung der Seniorenzentren. Von Januar 2009 bis März 2010 nehmen aus diesem Grund das Seniorenzentrum Lindenhof und der beschützende Wohnbereich 1 im Streitberger Haus am Qualitätsprojekt Herausforderung Demenz der Diakonie Bayern teil. Dieses unterstützt Seniorenheime im Veränderungsmanagement und zielt auf eine bessere gerontopsychiatrische Qualität ab. Im Mittelpunkt steht dabei das aus England kommende Beobachtungsinstrument Dementia Care Mapping (DCM).
Dieses Verfahren dient zur Verankerung des personzentrierten Ansatzes im Umgang mit Menschen mit Demenz und hat die Steigerung des relativen Wohlbefindens von Menschen mit demenzieller Erkrankung zum Ziel. Dabei beobachtet der Mapper über einen bestimmten Zeitraum augewählte Personen und macht sich alle fünf Minuten Notizen über deren Gemütszustand.
So wird, egal ob beim Essen, Singen oder Kuchenbacken erfasst, ob sich der altersverwirrte Mensch wohlfühlt oder ob sich Missempfinden zeigt, was oft zu Stresssituationen führen kann. Die Ergebnisse, die in einem Zahlenwert von -5 bis +5 erfasst werden, fließen in eine so genannte Map, der Landkarte des Tages ein.
Sowohl im Seniorenzentrum Lindenhof, als auch im Seniorenzentrum Martin Luther wurden damit fast ausschließlich Werte im positiven Bereich gemessen, was auf eine gute Qualität der Betreuung der demenzkranken Senioren hinweist.
So schreibt der Mapper, der Diplom-Psychogerontologe Marcello Cofone aus Bad Tölz in seinem Gutachten beispielsweise über die Streitberger Einrichtung: Die Ergebnisse des DCM Gutachtens zum beschützten Wohnbereich ergeben ohne Zweifel positive Eindrücke. Es gelang ... überzeugend, den dementen Menschen einen schönen Tag zu gestalten, der individuell und abwechslungsreich verlief. Die Menschen fühlten sich offensichtlich aufgehoben in Gruppe und Gemeinschaft und erlebten weit überwiegend gelingende Beziehungsmomente mit den engagierten Mitarbeitern oder mit anderen Bewohnern.
Auch im Seniorenzentrum Lindenhof sei der Tag von positiven Gefühlen geprägt, so Cofone. Vor allem die psychosozialen Angebote am Nachmittag sind hier zu erwähnen.
Die Ergebnisse wurden nun mit allen Mitarbeitern diskutiert und Modelle für die künftige Betreuung der altersverwirrten Personen entwickelt. Dabei steht natürlich deren Lebensqualität im Mittelpunkt.
Mehr Informationen zum Projekt kann man unter www.sz-martin-luther.de erhalten. Dort ist auch das komplette Gutachten einsehbar. Beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 12. Juli im Seniorenzentrum Martin Luther am Streitberger Berg 16 in Streitberg wird das Qualitätsprojekt interessierten Besuchern von 14 bis 17 Uhr vorgestellt.
Weitere Informationen unter www.sz-martin-luther.de
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