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Berichte: Annafest Bierprobe 2008: mehr feucht als fröhlich

Datum: Montag, 11. August 2008, 10:01
Rubrik: Kultur
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FORCHHEIM (ad) - Ein Novum in der langjährigen Geschichte der Annafest-Bierprobe: Es regnet in Strömen. Nun gut, es gibt ja die "Alladooch Annafest - aa wenns schiffd" - Regenjacken, und auch ein quietschgelber "Emergency Raincoat" kommt zum Einsatz. Wer hat sowas nicht dabei? Der King Alladooch, ausgerechnet. "Ich bin nu auf die unnern kellä. Konn mi aaner mid an Rengschirm oholn?" Naa, King, etz aber. Weichei! Wir warten noch ein paar Minuten, und er taucht von selbst auf. So a Maß ziecht hald wiera ... ok lassen wir das, die Teilnehmer werden vereidigt, und los gehts.

Gleich auf dem ersten Keller begegnet uns ein seltsames Problem. Es sind zwar überdachte Plätze frei, aber: die Pavillions bedecken nur eine Tischreihe, darunter aufgebaut sind aber zwei. Die Folge: links und rechts ragen die Tische und Bänke hinaus in den Regen, und auf den lackierten Flächen läuft das Wasser in die trockeneren Zonen. Folgefolge: Niemand sitzt unter den Pavillions. Ein klassischer Schuss ins eigene Knie. Manchmal zählt halt nicht nur, wieviel Leute man hineinpressen *könnte*.

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Die Maßen kommen, und gleich erwischt uns der nächste Knieschuss. Es ist ja üblich, Maßen vorzuschenken. Bei sonnigem Wetter und hohem Andrang muss das sogar sein, sonst stockt ide Ausgabe. Da bleibt die Maß auch nur ganz kurz stehen, bis dann der Schaum aufgeschenkt und die Maß an den glücklichen Besucher ausgeliefert wird. Aber bei Regenwetter? Da dauert es längere Zeit, und dann nützt auch das Aufschenken nichts mehr. Die Maß ist zwar kühl, aber fast ohne Kohlensäure, fast schal, und der Schaum zerfällt ratzfatz. Leute, tut das not?

Wir kämpfen uns wacker durch die Keller bis zum Eichhorn. Hier erhöht sich für einige die Luftfeuchtigkeit beträchtlich. Jemand stochert an die Plastikplane, um das angesammelte Regenwasser abzulassen. Mit Erfolg. Leider haben Plastikplanen ihren eigenen .. äh ... Kopf ... naja, jedenfalls bekommt "Zipfl" Wolfrum die ganze Ladung ab: Nass bis auf die Knochen. Gottseidank gibts überall trockene "Alladooch Annafest"-Dieschörder vom King. Und weiter gehts.

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Am Schlößla-Keller sind alle gespannt: Wie wird der Schaum? Die Schaumkronen, die weiland Uwe "Ube Koschwitz" Koschyk hinzauberte sind legendär. Leider ist wohl wie damals im Mittelalter das Geheimnis der Schaumkoronen verschollen - kein Vergleich zu früher. Nuja, grad beim Bier gilt: Panta rhei.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Wir beginnen unsere "hemmungslose Vergnügungsphase" mit einem Besuch der Schießbude in der "Lützelsberger Kurve". Jesses ... viele von uns haben seit Jahren oder Jahrzehnten nicht mehr geschossen. "Mister" Streit schießt aus der Hüfte, John Wayne lässt grüßen. Was haben wir eigentlich gewonnen? Ich weiss es nicht mehr, die Heimfahrt glich wohl einer "Passage durch den retrochronalen Toroid". Egal, der Spaßfaktor war jedenfalls hoch.

50 Meter weiter wartet die nächste Attraktion: die Spickerbude. Zu unserer Überraschung sitzt "die alde Spiggerfraa" nicht in ihrem Stand. Auf unsere Nachfrage schießen dem Mädchen Tränen in die Augen: "Sie ist heute gestorben ...". Für einen Augenblick wird uns bewusst wie hart das Leben der Schausteller sein kann: egal wie groß das persönliche Unglück - "the show must go on". Wir veranstalten ein "Gedächtnis-Spickern", aber so richtig froh ist keiner.

Ab hier sind die Erinnerungen sehr lückenhaft. Wir trinken zwar jedes Jahr weniger, aber wir werden auch jedes Jahr älter. Das wir beim "Rappen" im Keller waren und gesungen haben, ok, aber die Einzelheiten ...? Leise rieselt der Kalk. Dennoch, wie R.E. Porter zu sagen pflegt: "Glasse wohrs!".

Jetzt aber Schluss mit dem Gelaber und her mit den Ergebnissen.

Eins vorweg: Die Qualität war hoch, sehr hoch, die Ergebnisse lagen noch nie so eng beisammen, es gab sogar viele punktgleiche Bewertungen. Sehr erfreulich, wenngleich auch Schwertsarbeit für die Tester.

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Fangen wir mit Platz 3 an. Tadaaaaa! Zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen - die Brauerei Neder. Der 3. Platz geht ebenfalls an den Rappenkeller mit Löwenbräu Buttenheim, da punktgleich.

Platz 2 teilen sich der Eichhorn-Keller/Brauerei Eichhorn und Schaufel-Keller mit Löwenbräu Buttenheim.

Und auch den ersten Platz teilen sich zwei Keller: der Greif-Keller / Brauerei Greif und der Hoffmanns-Keller mit Krug-Bräu aus Breitenlesau.

Insgesamt ein sehr interessantes Ergebnis. Löwenbräu Buttenheim zweimal in der Spitzengruppe, und Krug-Bräu mit auf dem ersten Platz? Die Nicht-Forchheimer Biere holen auf, aber gewaltig.


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