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Forchheimer Innenstadt muss sich schnell verändern

Datum: Dienstag, 19. Februar 2008, 23:13

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FORCHHEIM (eB) - Junge Liberale stellen in der kleinen Jahnhalle Ergebnisse ihrer Einzelhandelsumfrage vor und haben zusammen mit dem FDP – Kreisverband Lösungsansätze für eine zukunftsfähige Innenstadt vorgestellt. Im Herbst 2007 haben Forchheims Junge Liberale (JuLis) eine Umfrage bei den Geschäftsleuten im Innenstadtbereich durchgeführt, bei der insgesamt 50 Einzelhändler befragt worden sind. Die Tatsache, "dass aus "Nur – fünf – Minuten – Zeit – haben" doch Gespräche mit bis zu einer halben Stunde geworden sind", zeigt, dass das Engagement der JuLis positiv aufgenommen wurde, freute sich Sebastian Schmidt über das Interesse.

"Wir wollten uns selbst ein Bild von der Stimmung und des Zustandes in der Innenstadt machen", so Sebastian Wiegärtner, "da uns solche Recherchearbeiten viel wichtiger erscheinen, als etwa das Verteilen von Blumen und Süßigkeiten vor Supermärkten und Faschingsveranstaltungen. Wir wollen durch unsere Ideen und unserem Einsatz überzeugen, nicht durch unsere Wahlgeschenke."

Insgesamt sind 56 % der Händler wenig bzw. unzufrieden mit der Unterstützung der Stadt für den Einzelhandel gewesen. 26 % empfanden es zumindest als ausgeglichen.

Große Probleme sehen die befragten Kaufleute besonders im Bereich "Parken". Eine Chancengleichheit aufgrund der ungeordneten Parkplatzsituation und der zum Teil als "Wegelagerer" bezeichneten Parküberwacher, die so tendenziell dazu beitragen, Touristen und Besucher aus Forchheim zu vertreiben, als nicht ausreichend gegeben. Hier sollte, so OB – Kandidat Sebastian Platzek, "die Brötchentaste auf mindestens eine Stunde ausgedehnt werden".

Längerfristig sollte eine Abschaffung der Parkgebühren angedacht und eine stadtübergreifende Neuordnung der Kurz – und Langzeitparkplätze durch die Stadt angestrebt werden. Die Tiefgaragen – Zu – und Abgänge sollen beispielsweise überdacht und deutlich kenntlich gemacht, die Namen in "Zentrum" und "Innenstadt" umbenannt und deutlich im Heranfahren sichtbare digitale Anzeigen, die jetzt von der Stadt, so wurde uns versichert, umgesetzt werden.

Die Parküberwacher selbst müssen im Umgang mit den "Parksündern" etwas toleranter und souveräner umgehen, fordern 90 % der Umfrageteilnehmer. "Parküberwachung ist wichtig und muss gerecht sein. Feuerwehrzufahren, Behindertenparkplätze und auch Kurzzeitparkplätze müssen überwacht werden, um wahlloses Parken in der Stadt zu verhindern, im Umgang mit den Menschen ist jedoch noch Schulungsbedarf vorhanden", so Schmidt in seine Ausführungen weiter.

"Gerade wegen der hohen Frequenzverluste in der Innenstadt durch Globusansiedlung und Leerstand des alten Krankenhauses muss die Parkplatzsituation konsequenter und schneller überarbeitet werden, da Stellplätze im Zeitalter der motorisierten Gesellschaft unabdingbare Standortfaktoren für Geschäfte darstellen und damit auch für die Innenstadt essentiell sind", so Sebastian Körber, da auch etwa ein Drittel der Geschäftsleute mit der Entwicklung Ihres Umsatzes wenig bzw. unzufrieden und etwa nur ein Drittel diesen mit "ausgeglichen" angeben, liegen die Indikatoren auf der Hand. Stammkunden stellen da oftmals die Rettung vor weiteren Leerständen da.

Die Freigabe der Ladenöffnungszeiten wird von fast zwei Dritteln der befragten Einzelhändler genauso wie die Frage nach der Erforderlichkeit von mehr verkaufsoffenen Sonntagen mit 88 % deutlich abgelehnt, was sich wohl durch die noch vielen inhabergeführten Geschäfte erklären lässt.

"Auch die Ansiedlung von großflächigen Geschäften, z. B. im Bereich Textil, sind wichtige Punkte, um Forchheims Innenstadt zukunftsfähig zu gestalten", erläutert JuLi – Kreisvorsitzender Wiegärtner, "da durch deren Ansiedlung im Bereich des ehemaligen Krankenhausgeländes und des Paradeplatzes die Frequenz zwischen diesen beiden Randbereichen der Fußgängerzone insgesamt erhöht werden kann.

Unterstützt werden soll die Stärkung der Innenstadtfunktion als Versorgungszentrum weiterhin durch die Einrichtung eines Jugend- und Kulturzentrums, dass sich 66 % der befragten Einzelhändler wünschen, etwa im ehemaligen Brauhausareal, dass gleichzeitig auch die zu klein gewordene Stadtbücherei aufnehmen könnte und sodann auch dort für mehr Frequenz sorgen wird.

Ein Nahversorger wird von 70 % der Geschäftsleute vermisst. Dieser kann im Bereich des ehemaligen Krankenhausarealsareals angesetzt werden und soll die Käufe des täglichen Bedarfs, etwa beim Bäcker und beim Metzger, noch um Lebensmittel ergänzen. Hiefür erscheint eine mittlere Größe als ausreichend, da ein Vollsortimenter, wegen der Innenstadtlage, nicht erforderlich erscheint.

Neben den Punkten "Magnetenansiedlung" und "Parkplatzsituation" spielt ferner eine Überarbeitung der Internetseite der Stadt Forchheim eine wichtige Rolle", so Platzek. Hier sollten Verordnungen, Satzungen und Formulare besser platziert und angelegt werden, um unnötige Behördengänge zu minimieren.

Abschließend wurde vom FDP – Kreisvorsitzenden Sebastian M. Körber und Stadtrat Sebastian Platzek ein Konzept dargestellt, wie sich die Stärkung der Kernstadt stadtplanerisch umsetzen lässt. Hierfür wurden die Bereiche "Ehemaliges Krankenhausareal mit "Bamberger Straße" und der Bereich "Parade – und Marktplatz" betrachtet.

Im Norden der Innenstadt soll die Bamberger Straße als Einbahnstraße stadteinwärts umgebaut werden. "Die dadurch freien Flächen sollen zur Aufwertung durch Bäume und Parkplätze verwendet werden, der Verkehr über Wiesentstraße und Hornschuchallee, die ihre Einbahnstraßenrichtung auch ändern sollen, wieder weitergeführt werden", schlägt Körber vor. Interessant bei diesem Konzept erscheint insbesondere die Chance, die Hornschuchallee, über das ehemalige Krankenhausgelände zu verlängern, parallel zum Flussverlauf wie bereits in der Wiesentstraße vorhanden, um den Verkehr im Anschluss daran, vor dem ehemaligen Parkcafé wieder in der Bamberger Straße zusammenzuführen.

Der Bestand des ehemaligen Krankenhauses kann sodann auch in Teilen (z. B. Schwesternwohnheim und Bettenheim) an Investoren veräußert werden, die sich dann jedoch an die Vorgaben des Sanierungsgutachtens halten sollten, wie etwa Zugänglichkeit der Bastion und Reduktion der Baukörperhöhe. Ein Abriss kann dann von den potentiellen Käufern selbst entschieden werden. "Die Bastion wird so von der Hornschuchallee aus gesehen", erklärt Platzek, "und in einen Stadtrundgang integriert werden können." Eine kleine Freilichtbühne kann die Aufenthaltsqualität zusätzlich in diesem Bereich erhöhen.

Der zweite der FDP wichtige Bereich umfasst den Markt – und Paradeplatz. Dieser Längsplatz muss als Gesamtbereich überplant werden und nicht als Teilbereich, so wie aktuell ausgeführt werden soll. Ein barrierefreier und altengerechter Belag soll die beiden Bereiche, genauso wie eine vom Marktplatz zum Paradeplatz im Süden durchgehende Baumreihe zusammenfassen.

Eine Markthalle und zusätzliche Kurzzeitparkplätze vor der Hypovereinsbank mit Weiterführung der Nürnberger Straße in die Wallstrasse stellen weitere Maßnahmen dar.

"Wir wollen mit unserer Umfrage zeigen, dass uns die Innenstadt wichtig ist", so Wiegärtner, der seinem Vorsitzenden – und Vornamenskollegen Körber für die Zusammenarbeit dankt. Körber bedankt sich bei den anwesenden Geschäftsleuten und Funktionären anderer Parteien und hofft "mit unseren Denkansätzen die Zukunft unserer Stadt weiterentwickeln zu können." Alle Ergebnisse sind im Internet unter www.fdp-forchheim.de nachzulesen.

Weiter Informationen über das Programm, Aktionen und Neuigkeiten unter www.fdp-forchheim.de
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