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4. Bobbycar-Rennen in Forchheim

Datum: Dienstag, 11. September 2007, 01:32

Video

"47.000 Fans in der Lützelsberger Kurve ..."

FORCHHEIM (ad) - Flotte Sprüche, heiße Öfen, schnelle Frauen - oder waren es schnelle Öfen und heiße Frauen? Egal, das Kultrennen im Forchheimer Kellerwald bot den Besuchern was das Rennfahrerherz begehrte. Souverän moderiert von Bernhard "Heizer" Lauger und Martin "Kiko" Kiolbassa donnerten knapp 100 Bobbycar-Piloten die steile Straße zwischen den oberen und unteren Kellern hinunter, um dann in der berüchtigten "Lützelsberger Kurve" (fast 90 Grad!) aus der Bahn getragen zu werden und in die Strohballen zu fliegen - oder auch nicht. In dieser Kurve werden jedenfalls die meisten Rennen entschieden, entsprechend groß ist dort der Zuschauerandrang, so dass dieses Jahr teilweise mit Gitterzaun abgesperrt wurde.

Spektakuläre Stürze

In der Tat spielten sich in der Lützelsberger Kurve dramtische Szenen ab. Unvergessen ist ein Rennen der vorletzten Runde, in dem beide Boliden in die Strohballen krachten. Nachdem die Fahrer sich etwas verunsichert erhoben hatten, merkten beide dass der jeweils andere ja auch gestrandet war - und warfen sich erneut auf die Bobbycars. Worauf einer der beiden erneut einen Sturz baute und nun endgültig aufgab. Zu diesem Zeitpunkt lagen auch die Fotografen schon am Boden vor Lachen ...

So schlimm die "Flugstunden" (rechts im Bild: Heike Vogel vom Team "Fliegende Täschla" - der Name ist Programm!) auch manchmal aussahen, die Teilnehmer waren gut vorbereitet und trugen entsprechende Sicherheitskleidung, so dass während des Rennen nichts passierte. Einzig in den Trainingsrunden vor dem Rennen brach sich ein Teilnehmer die Wade - ausgerechnet der Mann der späteren schnellsten Frau. Prinzipiell hatten die Veranstalter das Rennen gut im Griff - Kunststück, nach drei erfolgreichen Jahren läuft sowas wie geschmiert. An dieser Stelle nochmal ein Dank an das Streckenteam, welches nach jedem Durchgang die durchpflügten Strohballen restaurierte und die Strecke von Strohhalmen befreite.

Neu: Start von der Rampe

Die für die Fahrer wichtigste Neuerung war der Einsatz einer Startrampe. Zwei Tage vor dem Rennen stand da noch nix, dann kam "Chato" vom "MC Trust Forchheim" und zimmerte eine Startrampe vom Feinsten. Die Fahrer waren alle begeistert: Man durfte nur während der kurzen Zeit auf der Startrampe das Gefährt anschieben, so dass die physische Konstitution des Fahrers nicht mehr so entscheidend war - was die Fahrer als gerechter empfanden. Obwohl findige Fahrer auch einen Trick mit der Rampe gefunden haben, aber wer so schlau ist hats verdient ...

Begeistert waren auch die Kinder, die zwischen den Rennläufen die Rampe in Beschlag nahmen und sie als Rutsche benutzen oder mit ihren Bobbycars es den "Großen" gleichtaten. Die Moderatoren hatten ihre liebe Not die Kleinen zum Rennen wieder von der Piste zu bekommen.

Favoritensterben

Aus den Rennen der letzten Jahre waren die starken Fahrer bekannt, dementsprechend hoch waren die Erwartungen des Publikums, aber ein Merkmal des diesjährigen Rennens war das frühzeitige Ausscheiden einiger Favoriten wie "X-Man" und "Zwerg Nase". Andersrum aber auch: Das Team "Schröder Show Sextett" zeigte sich überraschend kampfstark (Rennleiter Charlie Pichl: "Wir sind voll zufrieden"), obwohl Charlie Pichl seine Fans enttäuschte: Er schied diesmal nicht mit einem spektakulären Sturz aus - es gibt also kein Video "charliecrash2007.mpg" - sondern kämpfte Rad an Rad mit Christopf Lohnert, wenn auch vergeblich ... . Noch ein Wort zu "Zwerg Nase" a.k.a. Jochen Braun: Er verkündete seinen Rückzug aus dem "aktiven Rennsport" und versteigerte sein zum "schönsten Bobbycar des Rennens" gekürtes Gefährt zugunsten der Flutopfer im Landkreis. Applaus!

Nur die letzte Runde ging "auf Zeit"

Der Ablauf des Rennens war etwa wie immer: Ein Durchgang mit jeweils vier Teilnehmern, dann zwei mit jeweils zweien, und am Schluss Zeitfahren mit jeweils zwei Fahrern. Es gab aber auch Möglichkeiten, trotz widriger Umstände weiterzukommen. So kamen alle Frauen grundsätzlich in die nächste Runde (zumindest im ersten Durchlauf), es gab eine Art Trostpreis für den schlechtesten Teilnehmer (der dann deswegen weiterkam) und der spätere zweite Sieger kam in die Endrunde weil er Tagesschnellster war.

And se Winner is ...

Ladies First: Schnellste Frau des Rennens war Stefanie Deuerlein ("Gerlinde Racing Team"). Sieger bei den Männern: Frank Fleischmann vom "IGM Racing Team" aus Hirschaid (31,86 Sekunden) vor Rainer Döllfelder vom Team "DölliHölli" (32,03 Sekunden) und Mathias Feigel vom Team "Radab" (32,19 Sekunden). Stefanie Deuerlein schloss das Rennen stilecht ab mit einer Sekttaufe.

Das Aus für das Rennen?

Für viele überraschend waren dann die letzten Worte der Moderatoren, kündigten sie doch das Ende des Spektakels im Kellerwald an. Betroffene Mienen bei den Fahrern: Die Organisatoren Oliver Reichel und Rudi Kredel können aus beruflichen Gründen das Rennfestival nicht mehr organisieren. Spontane Hilfsangebote erwiderten die Rennleiter mit dem Hinweis, das nicht die Durchführung das Problem sei, sondern die wochenlange aufwendige Vorarbeit. Rudi Kredel war die Wehmut deutlich anzusehen, und unter den Fahrern brachen lebhafte Diskussionen aus ("Ey, do müss mä wos doo ..."). Mal sehen, vielleicht findet sich ja ein neues Organisatorenteam.


Weitere Informationen im Internet unter www.bobbycar.forchheim.info
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