Bamberger GAL: Was hat webKITA gebracht?

GAL will eine Bilanz für die vor drei Jahren angeschaffte Vergabe-Software für Kita-Plätze

Was hat webKITA gebracht? Wenn man sich dazu bei betroffenen Eltern kleiner Kinder umhöre, ernte man eher die ratlose Rückfrage „Sollte das wohl was bringen?“ als eine Antwort. So bringt es GAL-Stadtrat Tobias Rausch auf den Punkt.

In das Online-System WebKITA investierte die Stadt 2014 mehrere Zehntausend Euro und versprach sich davon eine transparentere und effektivere Anmeldung und Vergabe von Kita-Plätzen. „Mehrfachanmeldungen sollten vermieden werden, und das System sollte allen Eltern und Kinderbetreuungseinrichtungen einen guten Überblick über freie Kita-Plätze verschaffen“, beschreibt Rausch die Motivation der Stadt. Ob sich diese Erwartungen erfüllt haben, will er nun in seiner jüngsten Anfrage wissen.

Doch schon in seiner Anfrage werden seine Zweifel deutlich, denn er führt die Kritik auf, die ihm von Elternseite zu Ohren gekommen ist: In der Regel melden Eltern ihr Kind nicht, wie ursprünglich vorgesehen, für einige Wunsch-Kitas an, sondern für nahezu alle. Es gebe nicht nur die Anmelde- und Warteliste von webKITA, sondern– wie früher auch – in jeder Kindertagesstätte eine eigene, intern geführte Liste. Platzzusagen würden meist mit den Eltern mündlich vereinbart, aber erst nach Vertragsunterzeichnung in webKITA eingepflegt, so dass dort oft über Monate Plätze als frei gelten, obwohl diese faktisch längst vergeben sind.

Tatsächlich, so die Erfahrung von Eltern, habe man die größten Chancen einen Kita-Platz zu ergattern, wenn man bei den Kitas häufig vorspreche, telefoniere oder ehrenamtliches Engagement verspreche und so auf der internen Liste gut platziert werde – webKITA spiele dabei überhaupt keine Rolle. „Genau das aber kann ein Problem aufzeigen“, meint Rausch, „nämlich dass die Vergabe unterm Strich auch heute nicht sozial ausgewogen und alles andere als transparent und effektiv ist. Menschen mit geringerer Bildung, Migrationshintergrund oder geringerem Einkommen können benachteiligt sein.“

Der GAL-Stadtrat will mit seinem Vorstoß auf Schwachstellen und ungenutztes Potenzial von WebKITA aufmerksam machen. Er stellt aber auch fest, dass die Crux vor allem im eklatanten Mangel an Kita-Plätzen und nicht in der Software liegt. Diesen Mangel müsse man nun schnell und umfassend bekämpfen. Nach Meinung der GAL ist der Plan der Stadt, 200 neue Kita-Plätze bis zum Jahr 2022 zu schaffen, nicht ausreichend. „Wir brauchen mehr als doppelt so viele“, so Tobias Rausch.

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