Kammermusik für Streicher am 31. Juli in Lindenhardt

Tanja Becker-Bender

Tanja Becker-Bender

Am kommenden Sonntag, 31. Juli findet um 20 Uhr in der St. Michaeliskirche Lindenhardt ein Konzert mit Kammermusik für Streicher statt. Solisten sind Tanja Becker-Bender, Violine und Ariane Becker-Bender, Viola. Sie werden von Jörg Fuhr an der Orgel begleitet. Das Programm enthält zwei Schwerpunkte: die in jeder Hinsicht außergewöhnliche Suite für Violine, Viola und Orgel von Joseph Rheinberger sowie die anmutigen Duette Opus 60 von Robert Fuchs, der von Johannes Brahms beeinflusst im 19. Jahrhundert als Professor am Wiener Konservatorium wirkte.

Außerdem erklingen Werke der beiden Jubilare dieses Jahres: eine Violinsonate von Max Reger und eine Suite „Auf die Mayerin“ von Johann Jakob Froberger, die man neben den Variationen über ein altes Volkslied auch als musikalische Beschreibung einer Liebesgeschichte im 16. Jahrhundert deuten könnte. Vom norwegischen Kapellmeister Johan Severin Svendsen erklingt eine Bearbeitung der Romanze G-Dur für Viola und Orgel.

Tanja Becker-Bender wurde in Stuttgart in einer Familie von Musikern und Wissenschaftlern böhmischer Herkunft geboren. Frühe musikalische Erfolge zeigten sich in höchsten Auszeichnungen bei den internationalen Wettbewerben in Genf (CIEM), Brüssel (CIM Chimay), Tokio (Bunkamura Orchard Hall Award), Houston, Gorizia und Genua (Premio Niccolò Paganini) und führten zu solistischen Auftritten unter der Leitung von Kurt Masur, Gerd Albrecht, Fabio Luisi, Hartmut Haenchen, Hubert Soudant und Ken-Ichiro Kobayashi mit renommierten Orchestern wie dem Tokyo Philharmonic Orchestra, Jerusalem Symphony Orchestra, Yomiuri Nippon Symphony Orchestra, Houston Symphony Orchestra, Orchestre de la Suisse Romande, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR, Konzerthausorchester Berlin und dem Wiener, dem Zürcher und dem Prager Kammerorchester.

Als begeisterte Kammermusikerin spielte Tanja Becker-Bender auch in Festivals zusammen mit Gidon Kremer, Yuri Bashmet, Boris Pergamenschikow und Arnold Steinhardt und gab Rezitals in New York, Buenos Aires, Montevideo, Paris, London, Rom und Wien. Tanja Becker-Bender erhielt ihre musikalische Ausbildung durch die führenden Quartettmusiker der Welt: Nach ihrem Vorklassenstudium bei Wilhelm Melcher (Melos Quartett) an der Musikhochschule Stuttgart und einem Studienjahr bei David Takeno an der Guildhall School in London studierte sie bei Günter Pichler (Alban Berg Quartett) an der Musikuniversität in Wien und erhielt dort ihr erstes und zweites Diplom mit Auszeichnung. Als Stipendiatin des DAAD und der ZEIT-Stiftung schloss sie eine Studienzeit bei Robert Mann (Juilliard String Quartet) an der Juilliard School in New York mit dem Artist Diploma ab.

Weitere Impulse erhielt sie durch den Bartók-Schüler György Sándor in New York und durch Eberhard Feltz in Berlin. Tanja Becker-Bender hat es sich zur Aufgabe gemacht, den so subtil kommunikativen wie dramaturgisch gestaltenden Geist der Kammermusik auf alle Genres der Musik zu übertragen, Violinkonzerte wie Virtuosenstücke, Neue Musik in Uraufführungen wie auch Barockmusik auf historischen Instrumenten. Entsprechend widmet sie sich dem Violinrepertoire in einer großen Bandbreite.

Ihr Interesse an der Neuen Musik führte sie zur Zusammenarbeit mit Komponisten wie Cristóbal Halffter und zu Uraufführungen von Werken von Rolf Hempel, Benedict Mason und Alexander Goehr. Ihre im Jahr 2009 erschienene Aufnahme der „24 Capricci“ von Niccolò Paganini beim britischen Label Hyperion Records wurde von der Fachpresse mit Begeisterung aufgenommen und erhielt die Auszeichnungen „Editor’s Choice“ der Magazine „Gramophone“ sowie „Classic FM“. Eine weitere Zusammenarbeit mit diesem Label, u.a. mit einer Aufnahme in der Reihe „Romantic Violin Concertos“, ist in Planung. Dem gingen bereits Aufnahmen bei Pavane Records mit Werken von Dvorák und bei Brilliant Classics mit Konzerten von Albinoni voraus. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung charakterisiert ihr Spiel durch “völlig ausgereifte Virtuosität und phänomenale Intensität des Ausdrucks und der Balance”. 2006 wurde sie in der Nachfolge von Maxim Vengerov als eine der jüngsten Professorinnen Deutschlands an die Hochschule für Musik Saar in Saarbrücken berufen und erhielt zum Wintersemester 2009/10 je einen Ruf von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Wiener Musikuniversität. Sie nahm den Ruf an die Hochschule für Musik und Theater in Hamburg zum Wintersemester 2009/10 an. Tanja Becker-Bender spielt eine Violine von Giuseppe Guarneri del Gesù (Cremona 1728), Eigentum von „Blue de Brasil” der Fazenda Ipiranga und Leihgabe aus dem Instrumentenfonds der Deutschen Stiftung Musikleben.

Ariane Becker-Bender war viele Jahre lang Mitglied im Bundesjugendorchester und im European Union Youth Orchestra und spielte unter anderem unter der Leitung von Sir Colin Davis, Vladimir Ashkenazy, Mariss Jansons und Heinrich Schiff. 2002 war sie Solobratschistin im World Chamber Orchestra. Mehrfach wurde sie in Jugendwettbewerben mit ersten Preisen ausgezeichnet (Jugend musiziert, Tonkünstlerverband Baden-Württemberg), 2001 erspielte sie sich einen 2. Preis im „Internationalen Wettbewerb Junger Bratschisten“ in Bled (Slowenien). Nach Studienjahren in Düsseldorf (Prof. Jürgen Kussmaul) und in München (Prof. Hariolf Schlichtig) legte sie im Sommer 2003 an der Hochschule für Musik und Theater in München ihre Diplomprüfung mit hervorragendem Erfolg ab und konnte ihre Studien im Anschluss daran auf Einladung des Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse in Paris in der Klasse von Prof. Jean Sulem fortsetzen (Erasmus-Programm). Nach erfolgreichem Abschluss der Meisterklasse der Musikhochschule in München war sie zunächst Akademistin im Orchester des Opernhauses in Zürich, bevor sie 2012 zu den Münchner Symphonikern wechelste.

Eintrittskarten zum Preis von 12 € können im evang. Dekanat Pegnitz, Telefon 09241-6086 vorbestellt werden. Die Abendkasse ist ab 19.30 Uhr geöffnet. Für Jugendliche gibt es eine Ermäßigung von 7 €. Zum Abschluss der Konzertreihe erklingen am Sonntag, 7. August Werke von J.S. Bach, W.A. Mozart und J. Haydn mit dem „Sächsischen Bassetthorntrio“, dessen Instrumente der Lieblingsklang von Wolfgang Amadeus Mozart waren.

Die Pegnitzer Sommer Konzerte dauern vom 3. Juli bis 7. August August und finden in der Regel jeweils sonntags statt. Informationen zur gesamten Reihe, aber auch den einzelnen Veranstaltungen sind erhältlich bei „Pegnitzer Sommer Konzerte“, Rosengasse 41, 91257 Pegnitz, Telefon 09241/2965, bei den Fremdenverkehrsämtern der Region und in den Kirchen der Veranstaltungsorte.

Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.pegnitzersommerkonzerte.de

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