Bald beginnt das traditionelle Osterbrunnenschmücken in der Fränkischen Schweiz

Von bunten Ostereiern und bierigen Osterbrunnen

Das Osterbrunnenschmücken hat im Gebiet zwischen Nürnberg, Bamberg und Bayreuth eine langjährige Tradition. Zahlreiche Brunnen und Quellen werden zur Osterzeit farbenprächtig dekoriert. Anlässlich des Jubiläumsjahres „500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot“ wird es erstmalig auch einen „bierig“ geschmückten Osterbrunnen zu bestaunen geben. Viele Wander- und Radwege verbinden die schönsten Brunnen miteinander und laden Besucher zu einer Tour durch gelebtes Brauchtum ein.

Zur Herkunft des Brauchtums

In rund 200 Orten der Fränkischen Schweiz sind in der Karwoche bis zwei Wochen nach Ostern Brunnen mit Tausenden bunt bemalten Ostereiern, Blumen, Kränzen und Girlanden geschmückt. Der Ursprung des Brauchtums liegt in der Bedeutung des Wassers als lebensspendendes Element für die wasserarme Hochebene der Fränkischen Alb. Aufgrund der geologischen Bedingungen des Fränkischen Juras, das hauptsächlich aus wasserdurchlässigem Dolomit- und Kalkstein besteht, existierten früher nur wenige natürliche Wassersammelstellen. Um der Wasserarmut entgegenzutreten, errichteten die Bewohner deshalb Brunnen und Zisternen. Mit dem Osterschmuck wird die Bedeutung der Brunnen für Land und Leute auch heute noch hervorgehoben.

Das Brauchtum heute

Die Tradition beginnt zunächst mit dem Säubern der Anlage, dem sogenannten „Fegen“. Übten diese Tätigkeit früher nur die jungen Burschen aus, so tun dies heute entweder die Frauen, die die Brunnen schmücken, oder deren Ehemänner. Danach wird der Brunnen mit Girlanden, Fichtenzweigen und ausgeblasenen Eiern, die einfarbig bemalt oder verziert werden, geschmückt. Im Volksmund spricht man dabei vom „Brunnen putzen“. Einzelne oder zu Büscheln gebundene Papierbänder, die „Pensala“, dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie echter Blumenschmuck. Ein „durchschnittlicher“ Osterbrunnen in der Fränkischen Schweiz umfasst zum Schluss etwa 80 laufende Meter Girlandenschmuck und circa 1.800 bis 2.000 bemalte Eierschalen.

Osterbrunnen mit Rekord-Status

Der Osterbrunnen in Bieberbach bei Egloffstein wurde im Jahr 2002 als „größter Osterbrunnen der Welt“ mit exakt 11.108 handbemalten Eierschalen ins Guinnessbuch der Rekorde eingetragen. Im Jahr 2015 können Besucher schon über 12.000 Eier bewundern. Sehenswert ist auch der Osterbrunnen in Heiligenstadt. Am Osterwochenende verwandelt sich der dortige Marktplatz in einen Festplatz. Bei Musik und Tanz können es sich Besucher richtig gut gehen lassen.

Bieriger Osterbrunnen in Kleingesee

Im Gößweinsteiner Ortsteil Kleingesee präsentiert sich der Osterbrunnen traditionell von Jahr zu Jahr anders. Nach einem „WM-Osterbrunnen“ und einem Brunnen unter dem Motto „Schokolade trifft fränkische Früchte“, die Themen vergangener Jahre, erwartet die Besucher anlässlich des Jubiläumsjahres „500 Jahre Bayerisches Reinheitsgebot“ diesmal ein „bierig“ geschmückter Osterbrunnen. Von Palmsonntag bis zwei Wochen nach Ostern kann der Osterbrunnen der etwas anderen Art besichtigt werden.

Osterbrunnen entdecken

Verschiedene Osterpauschalen geben Gelegenheit, die Ferienregion Fränkische Schweiz und ihr Brauchtum ausführlich kennenzulernen. Die Angebote reichen von der Halbtagesfahrt zu den geschmückten Brunnen bis zum viertägigen Hotelaufenthalt: Übersicht Osterpauschalen

Eine Sonderausstellung im Pfalzmuseum geht u.a. der Frage nach, warum vor Ostern in vielen Orten der Fränkischen Schweiz die Brunnen geschmückt wurden und werden: Pfalzmuseum Forchheim, 12.03. – 03.04.2016, täglich 09.30 – 18.00 Uhr

Weitere Informationen unter wwww.fraenkische-schweiz.com

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