Landkreis Bayreuth: Rückenwind für Klimaschutzmanagement

Bis auf den letzten Platz besetzt war der große Sitzungssaal des Landratsamt Bayreuth als am 1.12.15 das neu installierte Klimaschutzmanagement des Landkreises sein Klimaschutzprogramm vorstellte. Den Gastvortrag hielt der renommierte Klimaforscher Professor Dr. Wolfgang Seiler. „Klimaschutz ist Chefsache im Landkreis“, betonte Landrat Hermann Hübner bei seiner Einführung.

„Deswegen habe ich das Klimaschutzmanagement direkt in der Stabsstelle Regionale Entwicklungsagentur angesiedelt“, so der Landrat weiter, der die Einrichtung des Klimaschutzmanagements als konsequente Fortsetzung des seit vielen Jahren praktizierten Umweltengagements des Landkreises sieht. „Dieser langjährige Einsatz hat dazu geführt“, betonte Landrat Hermann Hübner, „dass die Region Bayreuth als Bioenergie-Modellregion anerkannt wurde und inzwischen überregional als Vorreiter- und Kompetenzregion in Sachen Kommunaler Klimaschutz wahrgenommen wird.“ Beim Klimaschutz brauche es neben dem Landkreis und seinen Kommunen viele weitere Akteure, die ihre Handlungsspielräume nutzen, sei es bei Kaufentscheidungen oder bei der Wahl des Urlaubszieles: Immer gebe es dabei die Möglichkeit, die jeweils klimafreundlichere Alternative zu wählen. Das große Interesse an der Auftaktveranstaltung zeige, dass Klimaschutz den Menschen ein wichtiges Anliegen ist. Und die positive Resonanz wirke für die Klimaschutzmanager wie ein kräftiger Rückenwind.

Der renommierte Klimaforscher Prof. Dr. Wolfgang Seiler, der in seinem Gastvortrag das Thema „Ist die Energiewende noch zu schaffen?“ behandelte, sieht beim Klimaschutz insbesondere die Kommunen in der Pflicht. Er betonte zudem, dass die Energiewende nicht nur eine Stromwende sein dürfe, sie müsse sich vielmehr insbesondere auf die Bereiche Wärme und Mobiliät erstrecken, die zusammen für 70 Prozent des Energieverbrauches verantwortlich seien.

Welche Projekte der Landkreis beim Klimaschutz in den nächsten Jahren angeht, und welche organisatorischen Maßnahmen ergriffen werden, stellte Bernd Rothammel, Leiter des Klimaschutzmanagements des Landkreises, vor. Rothammel, der bereits seit sechs Jahren das Projekt Bioenergieregion Bayreuth leitet, wird dabei von der Klimaschutzmanagerin Katrin Ziewers unterstützt, einer Absolventin des Masterstudiengangs Global Change Ecology.

Kommunale Klimachutzbeauftragte

Erste Schritte für den Klimaschutz wurden schon eingeleitet: Auf Anregung des Klimaschutzmanagements haben bereits mehr als zwei Drittel der Städte, Märkte und Gemeinden im Landkreis kommunale Klimaschutzbeauftragte benannt. Diese sollen als Multiplikatoren wirken und auf kurzem Wege mit aktuellen Informationen versorgt werden. Das Klimaschutzmanagement wird zudem einen regelmäßgigen Erfahrungsund Informationsaustausch der Klimaschutzbeauftragten organisieren. In einem ersten Schritt soll die Energiedatenerfassung und -auswertung bei den kommunalen Liegenschaften optimiert werden.

Lenkungsgruppe Klimaschutz

Zur Verbesserung der Kommunikation und zur Einbindung weitere Experten will der Landkreis eine Lenkungsgruppe Klimaschutz einrichten, welche unter Anderem mit Vertretern der Kommunen, des Kreistages, der Energieversorger und weiterer Experten besetzt werden soll. Das Gremium soll kontinuierlich über die Projekte und wichtige Weichenstellungen des Klimaschutzmanagements informiert werden und einen Vorschlag für regionale Klimaschutzziele erarbeiten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Klimaschutzaktivitäten des Landkreises in andere gesellschaftliche Gruppen, Fachbehörden und Unternehmen hinein getragen werden und diese über einen kritischen fachlichen Input zur Verbesserung des Maßnahmenpaketes beitragen können.

200.000 Euro Fördermittel für Klimachutzinvestition

Über das Klimaschutzmanagement kann für eine einzelne investive Maßnahme, die in besonderem Maß CO2 einspart, eine Förderung von bis zu 200.000 Euro erhalten werden. Die Maßnahme soll Modellcharakter besitzen und einen substanziellen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Grundlage hierfür ist die Kommunalrichtlinie der Nationalen Klimaschutzinitiative. Da nur eine Maßnahme im Landkreis förderfähig ist, hat das Klimaschutzmanagement ein Auswahlverfahren gestartet und hierzu Frageögen an die Kommunen versandt .

Maßnahmenpaket mit Schwerpunkt auf Öffentlichkeitsarbeit und kommunale Projekte

Neben der Öffentlichkeits- und Informationsarbeit stehen insbesondere Klimaschutzprojekte in den Kommunen des Landkreises im Vordergrund. Das Klimaschutzmanagement versteht sich als Dienstleister, der die Kommunen bei Energieeffizienzmaßnahmen und Erneuerbare-Energie-Projekten unterstützt und eine optimale Verzahnung zwischen Kommunen und Landkreis im Bereich Klimaschutz sicherstellt. # Das Maßnahmenpaket umfasst weiterhin Angebote für Bürger und Unternehmen, z.B. die Einrichtung einer zentralen „Online-Infotheke“, mehrere Veranstaltungsreihen zu verschiedenen Klimaschutzthemen, Umweltbildungsangebote und eine Reihe von Projekten zum Ausbau und zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Infos im Internet

Das Maßnahmenpaket kann unter www.klima.landkreis-bayreuth.de herunter geladen werden. Zudem informiert unter www.bioenergieregion.wordpress.com ein Online-Blog über die aktuellen Aktivitäten des Klimaschutzmanagements.

Das Klimaschutzmanagement wird mit 65 Prozent aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung gefördert. Es bietet für den Landkreis Bayreuth die Chance, den als Bioenergieregion Bayreuth eingeschlagene Weg fortzusetzen und durch neue Projekte in den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeinsparung zu ergänzen.

Schreibe einen Kommentar