"Musik des Trostes" in der St. Bartholomäuskirche Pegnitz

Marzena Lubaszka, Sopran

Marzena Lubaszka, Sopran

Am Volkstrauertag, Sonntag, 15. November erklingt um 17 Uhr in der St. Bartholomäus-Kirche in Pegnitz Musik, die in Zeiten der Bedrängnis Trost spenden kann. Aufgeführt werden die sogenannte „Nelson-Messe“ Nr. 11, d-Moll von Joseph Haydn und das nach seinem Widmungsträger, dem Salzburger Erzbischof Sigismund Graf Schrattenbach benannte Requiem c-Moll von Michael Haydn. Die beiden Brüder Haydn waren im 18. Jahrhundert bedeutende Musiker und Komponisten im deutschsprachigen Raum und prägten in Wien als Lehrer Beethovens und Mozarts die klassische Musikepoche.

Die Messe in d-Moll komponierte Joseph Haydn im Juli 1789 zwischen seinen beiden späten Oratorien „Schöpfung“ und den „Jahreszeiten“. Sie reflektiert die damalige politische Situation in Europa während der Koalitionskriege und war von Anfang an ausdrücklich als „Messe in Zeiten der Bedrängnis“ gedacht gewesen. Als „Missa in Angustiis“ wird sie auch in Haydns eigenhändig geschriebenem Kompositionskatalog geführt. Ihren Beinamen „Nelson-Messe“ erhielt sie, weil die Musik in Beziehung zur Nachricht von Nelsons Sieg über die Franzosen in Abukir stehen soll: als Haydn davon erfuhr, soll er in das „Benedictus“ die kraftvollen Trompetensignale hineinkomponiert haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass Haydn erst Wochen später von diesem Ereignis erfahren hat. Ein anderer Zusammenhang entsteht dadurch, dass der englische Admiral im September 1800 zu Besuch in Eisenstadt war, wo diese Messe ebenfalls erklungen sein soll. Geschrieben in nur 8 Wochen weist sie schon alle Merkmale des Gipfelpunkts das Haydnschen Schaffens auf und verbindet barocke Klangpracht mit dem sinfonischem Spätstil der Londoner Sinfonien.

Sein fünf Jahre jüngerer Bruder Michael Haydn war 43 Jahre lang Konzertmeister im Orchester des Salzburger Erzbischofs Schrattenbach. Jener war ein großer Freund und Förderer der Musik. Als er starb, komponierte Michael Haydn dieses Requiem, bei dessen Aufführung auch Leopold und Wolfgang Amadeus Mozart als Streicher mitwirkten: sie waren zu dieser Zeit im Orchester angestellt. Das Werk wurde in Salzburg oft aufgeführt und muss auf Wolfgang Amadeus Mozart großen Eindruck gemacht haben. Es kann aufgrund vielfältiger formaler und melodischer Verwandtschaften zu Mozarts später entstandenem Requiem d-Moll kein Zweifel bestehen, dass er diese Musik bei seiner eigenen Vertonung im Ohr hatte. Klanglich außergewöhnlich ist an beiden Werken, dass sie zur Begleitung von Chor und Solisten nur Streicher, Orgel, Trompeten und Pauken verwenden. Von den Trompeten dafür aber 3 bis 4 Spieler, wodurch die Musik nicht nur die klangliche Nähe zu Militär, sondern auch eine besondere geistliche Strahlkraft erhält.

Marzena Lubaszka studierte Gesang an der Musikakademie in Breslau und Italienisch an der Universität. Breslau. Meisterkurse bei Emma Kirkby, Peter Kooij und an der Händel-Akademie Karlsruhe vervollständigten ihre Ausbildung. Sie konzertiert regelmäßig mit dem Ensemble Harmonologia und der Capella Augustana sowie an der königlichen schottischen Akademie in Glasgow und arbeitete als Modell bei den Modewochen in Paris. In Pegnitz war sie zuletzt 2009 mit Werken von Antonio Vivaldi zu hören.

Bernadetta Michaldo-Fuhr studierte Orgel an den Musikhochschulen in Krakau, Trossingen und Esslingen. Sie wirkte als Altistin bei zahlreichen Konzerten der Kantorei St. Bartholomäus mit und konzertiert vor allem in Deutschland und Polen. Dabei tritt sie sowohl als Sängerin, Organistin und Duopartnerin an der Orgel zusammen mit ihrem Mann auf. Eine gemeinsame CD-Aufnahme dokumentiert diese Zusammenarbeit. Sie ist als Gesangs- und Klavierpädagogin tätig. Mitwirkungen bei Fernsehgottesdiensten und Rundfunksendungen runden ihre Tätigkeit ab.

Ewald Bayerschmidt war von 1975 bis 1977 Mitglied des Windsbacher Knabenchores. Er studierte Gesang an der Musikhochschule Würzburg und war Preisträger beim Gesangswettbewerb der Staatsoper Budapest. Meisterkurse bei Charlotte Lehmann, Anna Reynolds, Peter Schreier und Norman Shetler ergänzten seine Ausbildung. Als Solist und Chorsänger war er an den Theatern in Braunschweig, Ulm, aber auch in England und Frankreich tätig.

Tobias B. Freund aus Wendelstein bei Nürnberg studierte zunächst Lehramt am Gymnasium mit den Fächern Musik, Geografie und Beratungslehrer an der LMU und der Musikhochschule München und schloss dieses Studium im Herbst 2008 mit dem 1. Staatsexamen mit dem Schwerpunkt Gesang ab (bei Prof. Henriette Meyer-Ravenstein und Prof. Thomas Gropper). Anschließend studierte er Gesang in der Klasse von Prof. Arno Leicht an der Musikhochschule Nürnberg und beendete im Juli 2012 sein Studium als Diplomsänger für Oper, Oratorium und Lied.

Sängerische Erfahrung konnte er in zahlreichen Konzerten als Solist sammeln u.a. mit dem Ansbacher Kammerorchester, dem Oettinger Bachorchester, dem Bach-Collegium Nürnberg, der Philharmonie Greiz-Reichenbach und Bell`Arte Salzburg. Seine musikalischen Studien vertiefte er außerdem bei Meisterkursen mit Ruth Ziesak, Henriette Meyer-Ravenstein, Konrad Jarnot, Ulrich Eisenlohr, Helmuth Deutsch, und Andreas Staier.

Neben Gesang widmet sich Tobias B. Freund auch der Stimmbildung und Chorleitung in St. Bartholomäus in Nürnberg. Er erteilt Unterrichtet in Gesang/Stimmbildung (einzeln und für Chöre), Klarinette und Saxophon. Außerdem war er Stimmbildner für die C-Kirchenmusikerausbildung im Erzbistum Bamberg und vom Wintersemester 2011/2012 bis einschließlich Wintersemester 2012/2013 Dozent für Stimmbildung und Sprecherziehung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Tobias B. Freund ist Richard-Wagner-Stipendiat 2011.

Die Kantorei St. Bartholomäus wurde 2014 mit dem Kulturhauptpreis des Landkreises Bayreuth ausgezeichnet.

Eintrittskarten sind im Schreibwarengeschäft Wöckel in Pegnitz, Telefon 09241-5771 zum Preis zwischen 6 und 18 € erhältlich. Schüler und Studenten erhalten eine Ermäßigung von 5 €. Die Abendkasse ist ab 16 Uhr geöffnet.

Joseph Haydn (1732 – 1809) Missa in Angustiis „Nelson-Messe“ Nr. 11 d-Moll

Michael Haydn (1737 – 1806) Requiem c-Moll

  • Sonntag, 15. November, 17 Uhr
  • St. Bartholomäuskirche Pegnitz
    • Marzena Lubaszka, Sopran
    • Bernadetta Michaldo-Fuhr, Alt
    • Ewald Bayerschmidt, Tenor
    • Tobias Freund, Bass
    • Kantorei St. Bartholomäus
    • Harmonologia, Breslau
    • Leitung: Jörg Fuhr
  •  Eintritt: 6 bis 18 €
  • Kartenvorverkauf: ab Mittwoch, 28. Oktober im Schreibwarengeschäft Wöckel, Telefon 09241-5771

 

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