Sonntagsgedanken: Der ältere Sohn

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Die meisten von ihnen kennen die Geschichte vom „Verlorenen Sohn“: Er ließ sich das Erbe vor seines Vaters Tod auszahlen, ging in die Ferne, verprasste alles und kehrte reumütig zurück. Sein Vater nahm ihn mit offenen Armen auf, doch der ältere Bruder empörte sich über die Güte seines Vaters. Dieser zweite Sohn kommt immer schlecht weg: Man hält ihn für arrogant, hartherzig. Er sei der typische Vertreter des „Spießbürgers“, der zu feige ist, um auszubrechen aus seiner bürgerlichen Existenz, und deshalb umso heftiger seinen jüngeren, mutigeren, ehrlicheren Bruder angreift.

Doch was wären wir in Kirche und Gesellschaft, Familie und Verein ohne diese „älteren Brüder“. Was wären wir ohne die treusorgenden Mütter, die tüchtigen Väter, die verantwortungsvollen Beamten und Unternehmer? Die „Aussteiger“, die intellektuellen Kritiker machen es sich zu einfach. Jede Gemeinschaft, sei es nun eine Firma oder eine Partei, die Gemeinschaft von Eltern und Kindern, brauchen Ordnung und Zuverlässigkeit. „Spießbürger“ waren übrigens früher diejenigen Bürger, die bereit waren, bewaffnet, also mit dem Spieß, ihre Heimatstadt zu verteidigen. Natürlich soll sich jeder frei äußern, seinen Lebensweg frei gestalten können. Doch gerade die Schwachen in der Gesellschaft, die Kinder, die Behinderten, die Senioren brauchen den Schutz, die Solidarität der sogenannten Spießbürger.

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Pfarrer Dr. Christian Fuchs, www.neustadt-aisch-evangelisch.de

Infos zu Christian Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/Aisch
  • Studium der evang. Theologie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vikariat in Schornweissach-Vestenbergsgreuth 1993 – 1996
  • Promotion zum Dr. theol. 1995
  • Ordination zum ev. Pfarrer 1996
  • Dienst in Nürnberg/St. Johannis 1996 – 1999
  • seither in Neustadt/Aisch
  • blind

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