Bamberger Philosophen forschen zur Architekturphilosophie

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Eine etwa 15-köpfige Gruppe lauscht auf dem Maximiliansplatz den Ausführungen ihres Gästeführers und lässt den Blick über die Fassaden schweifen. Alltäglich in der Weltkulturerbestadt – könnte man meinen. Das Besondere an dieser Führung: Der Gästeführer ist der Auswärtige, die Zuhörerinnen und Zuhörer leben in Bamberg.

Dr. Martin Düchs und Prof. Dr. Christian Illies vom Lehrstuhl für Philosophie II der Universität Bamberg laden zusammen mit der Stiftung des Bund Deutscher Architekten Bayern auswärtige Referenten ein, einen architekturphilosophischen Blick auf Bamberg zu werfen. Insgesamt sind es fünf öffentlichen Rundgänge, von denen drei bereits stattgefunden haben und zwei weitere im Oktober und November unter dem Titel „Flanier mit mir!“ folgen. Ziel ist es, das Auge zu schulen: Was empfinden wir als schön? Was braucht der Mensch? Wie wollen wir leben?

Der fremde Blick der auswärtigen Referenten bietet neue Aspekte für Bambergerinnen und Bamberger. Nicht wenige werden sich dabei ertappen, ganz neue Winkel ihrer Stadt zu entdecken. Die Philosophen Düchs und Illies forschen zur Architekturphilosophie, die in Deutschland bisher kaum bekannt ist. Sie betonen, dass der Architektur ein Bildungsauftrag zukomme: „Wer erkennt, dass das Harmonische und Schöne gefährdet und brüchig ist, der übt sich in Rücksichtnahme“, so Illies.

Die nächsten architekturphilosophischen Rundgänge finden am 16. Oktober zum „Wesen der Stadt“ und am 6. November zu „Bamberg und die Moderne“ um jeweils 16 Uhr statt. Die Spaziergänge sind kostenlos, die Teilnehmerzahl ist beschränkt. Anmeldung ist erforderlich bei der Fränkischen Gesellschaft für Philosophie unter: praesidium@fgph.de

Weiteres über die Forschung zu Architekturphilosophie finden Sie unter: www.uni-bamberg.de/kommunikation/news/artikel/architekturphilosophie

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