Lange Museumsnacht im Pfalzmuseum Forchheim

Motto: „Stunde Null“ – Kriegsende in Forchheim – „Delphi Tanzorchester“ und „Café Sehnsucht“ – Zeitgenössische Musik mit Tanz, Kabarett und Filme

„Delphi Tanzorchester“

„Delphi Tanzorchester“

Vor 70 Jahren beendete die bedingungslose Kapitulation die zwölfjährige Naziherrschaft in Deutschland. Auch in Forchheim änderte sich das Leben durch Flüchtlinge, amerikanische Militärregierung und Lebensmittelknappheit drastisch. So schlimm Sorgen und Verluste die Menschen auch bewegten, umso mehr sehnten sie sich nach Ablenkung und Unterhaltung. Kabarett, Musik und Tanz boomten. Diesem Zeitgefühl spürt die Lange Museumsnacht im Pfalzmuseum Forchheim am Samstag, den 12.09.2015 von 20:00 bis 24:00 Uhr nach.

Musikalisch wird die „Stunde Null“ mit dem Berliner „Delphi Tanzorchester“ und der Formation „Café Sehnsucht“ aus Gerolzhofen lebendig:
Im Delphi-Palast begann 1936 in Berlin die Ära der swingenden Tanzmusik. Das „Delphi Tanzorchester“ spielt mit seinem Namen auf die großen Berliner Tanz- und Vergnügungspaläste dieser Zeit an. Schwungvolle und tanzbare Hits und Ohrwürmer präsentieren die Musiker im Innenhof der Kaiserpfalz von 20:00 bis 22:00 Uhr. Sängerin Susann Hülsmann verwirklicht mit ihrer charmanten, lebendigen Art und der Wandlungsfähigkeit ihrer Stimme stilsicher Songs von Marlene Dietrich, Claire Waldoff und Zarah Leander. (www.delphi-tanzorchester.de) „Café Sehnsucht“ entführt von 22:00 bis 24:00 Uhr im Gewölbekeller der Kaiserpfalz in die Welt der Chansons und Couplets. Mit Zylinder, Charme, Federboa und schillernden Kostümen bieten Ihnen Silvia Kirchhof, die Sängerin mit der unvergleichlichen Altstimme und diesem gewissen nostalgischen Timbre gemeinsam mit Achim Hofman am Piano und Akkordeon Unterhaltung der leichten und doch anspruchsvollen Art. (www.cafe-sehnsucht.de)

Der Münchner Jörg Baesecke erzählt im Kaisersaal von 22:00 bis 22:40 Uhr (Teil 1) und von 23:00 bis 23.30 Uhr (Teil 2) auf der kleinsten Bühne der Welt den „Papier.Krieg“ – das 20. Jahrhundert, erzählt in einer Stunde. Dieses Wechsel-Spiel zwischen Küchentisch und Weltgeschichte öffnet auf ganz überraschende Weise den Blick auf eine vergangene Epoche. Nicht Klage und Anklage stehen im Mittelpunkt, sondern der Versuch einer versöhnlichen Annäherung. In seinem ungewöhnlichen Bühnen-Bilder-Vortrag webt der Theater-Erzähler Alltagsobjekte und Alltagsgeschichten, kunstvolle Pop-Up-Bühnen, Scherenschnitte und zierliche Papierfiguren zu einem Erinnerungsmuster ganz eigener Art. (www.kleinstebuehne.de)

Schauspieler und Regisseur Jan Burdinski, Gründer und Leiter des Fränkischen Theatersommers Landesbühne Oberfranken liest im 1. Obergeschoss um 20:30 und 21:30 Uhr zeitgenössische Texte zur „Stunde Null“.

Ganz in die Bildwelt der Zeit tauchen die Besucher mit den Spielfilmen „Deutschland im Jahre Null“ des Regisseurs Roberto Rossellini (2. OG, 20:00 bis 21:30 Uhr) und „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef und Ernst Ludwig Borchert in den Hauptrollen (2. OG, 22:00 bis 23:30 Uhr) ein.

Umrahmt wird die Veranstaltung von der Sonderausstellung „Die Stunde Null – Kriegsende 1945 in Forchheim“ (12.09. bis 01.11.2015 im Erdgeschoss), in der die einschneidenden Veränderungen der Stadt nach der Kapitulation thematisiert werden. Lebensmittelrationierungen, Hunger, Wohnungsnot und Flüchtlingsströme, aber auch Entnazifizierung und Wiederaufbau blieben lange die drängendsten Probleme der Stadt. Die Ausstellung spürt den Vorkommnissen in Texten, Bildern und Dokumenten nach. Eine private Sammlung mit aus der Not hervorgegangenen Alltagsgegenständen rundet die Schau ab.

  • Zeit: 12.09.2015, 20:00 – 24:00 Uhr
  • Ort: Pfalzmuseum, Innenhof
  • Eintritt: 2,00 €

Überblick über das Programm:

  • 20:00 – 22:00 Uhr : „Delphi Tanzorchester“ (Innenhof)
  • 22:00 – 24:00 Uhr: „Café Sehnsucht“ (Gewölbekeller)
  • 22:00 – 22:40 (Teil 1) und 23:00 – 23.30 Uhr (Teil 2): Jörg Baesecke: „Papier.Krieg“ (EG, Kaisersaal)
  • 20:00 – 21.30 Uhr: Filmvorführung: „Deutschland im Jahre Null“ (2. OG)
  • 22:00 – 23.30 Uhr: Filmvorführung: „Die Mörder sind unter uns“ (2. OG)
  • 20:30 und 21:30 Uhr: Lesung mit Jan Burdinski (1. OG)
  • 12.09. bis 01.11.2015: Sonderausstellung „Die Stunde Null – Kriegsende 1945 in Forchheim (EG, anschließend geöffnet Dienstag bis Sonntag 10.00 – 17.00 Uhr, 01. November 13.00 – 17.00 Uhr)

Bewirtung: Junges Theater Forchheim

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