Handwerk befürwortet erleichterten Praktikumszugang für Flüchtlinge

Willkommenskultur im oberfränkischen Handwerk

 

Das Handwerk in Oberfranken begrüßt die Entscheidung der Bundesregierung, jungen Asylbewerbern den Einstieg in den deutschen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Jugendliche Flüchtlinge sollen künftig ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit in Praktika vermittelt werden können.

„Das Handwerk in Oberfranken will die Willkommenskultur weiter stärken und jungen Flüchtlingen eine Bleibeperspektive bieten. Wir sehen in der Integration dieser Jugendlichen in den oberfränkischen Arbeitsmarkt auch eine nicht zu unterschätzende Chance für unsere Region“, so Thomas Zimmer, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken.

Auch Thomas Koller, Hauptgeschäftsführer der HWK, erachtet den Kabinettsbeschluss als sinnvoll: „Er zeigt in die richtige Richtung. Erfreulich ist er auch deshalb, da in den kommenden Wochen jungen Flüchtlingen wohl auch ausbildungsbildungsbegleitende Hilfen angeboten werden können, soweit diese eine berufliche Ausbildung angehen. Dies ist nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für die Betriebe enorm wichtig. Denn wir dürfen auch die Betriebe bei der sicherlich sehr aufwendigen Ausbildung nicht alleine lassen.“

Der Bedarf an Fachkräften nimmt bedingt durch den demographischen Wandel in den nächsten Jahren stetig zu und ohne Zuwanderung aus dem Ausland, wird diese Lücke nicht nachhaltig geschlossen werden können. Vor allem in Oberfranken besteht besonderer Handlungsbedarf. Im Zeitraum vom Jahr 2000 bis 2012 ist die Bevölkerung in Oberfranken bereits um 4,9 Prozent zurückgegangen. Bis zum Jahre 2032 wird sich diese Entwicklung sogar noch verschärfen und die Bevölkerung wird in Oberfranken um weitere 8,1 Prozent schrumpfen. Zum Vergleich: im gleichen Zeitraum wird für Bayern ein Bevölkerungswachstum von 2,8 Prozent prognostiziert.

Das Kabinett beschloss am Mittwoch eine Regelung, die jungen Flüchtlingen einen leichteren Zugang zu Praktika geben soll, die für den Berufs- oder Ausbildungseinstieg wichtig sind. Profitieren sollen von der neuen Praktika-Regel Asylbewerber und sogenannte geduldete Flüchtlinge, die Chancen auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland haben. Die Beschäftigungsverordnung wird so geändert, dass die Bundesagentur für Arbeit keine Zustimmung mehr zu mindestlohnfreien, berufs- und ausbildungsvorbereitenden Praktika dieser Personengruppe geben muss.

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