Sonntagsgedanken: Mit offenen Augen und offenem Herzen

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Pfarrer Dr. Christian Fuchs

Jesus ging mit offenen Augen durchs Leben: Er nahm die körperliche, die seelische Not seiner Mitmenschen wahr. Er reagierte nicht mit Beschwichtigungen, mit moralischen Appellen: „Nicht so schlimm. Den andern gehts auch nicht besser. Reiß‘ Dich zusammen!“, sondern er half konkret, persönlich, ohne zu fragen, ob die Betroffenen seine Hilfe verdienen. Jesus konnte noch mitleiden, die Last der andern mittragen, was etwas ganz Anderes ist als gefühlsduseliges Mitleid, das allenfalls zu ein paar schönen Worten führt, zu einer rasch hingeworfenen milden Gabe, die eher dem eigenen schlechten Gewissen entspringt oder dem vielleicht unbewussten Versuch, das Schicksal zu bestechen.

Doch Jesus verfiel nicht in blinden Aktivismus, er entwarf kein sozialpolitisches Programm, gründete keinen Hilfsverein. All das ist natürlich sinnvoll. Jesus vielmehr begann sein mühevolles, letztlich tödliches Werk mit Gebet. Er betete regelmäßig vor einer wichtigen Entscheidung. Wer betet, fühlt sich in Gottes Hand geborgen, vor Gott verantwortlich. Aus dem Gebet können wir die Kraft, die Ruhe für unseren christlichen Dienst schöpfen, denn jeder von uns kann und soll mithelfen, wenn es darum geht, die Liebe Gottes weiterzusagen. Wer dagegen nicht betet, der überschätzt, überfordert sich und andere. Wer nicht betet, der meint, er könne, er müsse alles selbst schaffen.

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Pfarrer Dr. Christian Fuchs, www.neustadt-aisch-evangelisch.de

Infos zu Christian Karl Fuchs:

  • geb. 04.01.66 in Neustadt/Aisch
  • Studium der evang. Theologie 1985 – 1990 in Neuendettelsau
  • Vikariat in Schornweissach-Vestenbergsgreuth 1993 – 1996
  • Promotion zum Dr. theol. 1995
  • Ordination zum ev. Pfarrer 1996
  • Dienst in Nürnberg/St. Johannis 1996 – 1999
  • seither in Neustadt/Aisch
  • blind

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