Frühjahrstagung der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Universität Bayreuth

Religiöse Kommunikation und weltanschauliches Wissen

Vom 7. bis 8. Mai 2015 findet an der Universität Bayreuth die Frühjahrstagung der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie statt. Die Tagung wird vom Lehrstuhl für Kultur- und Religionssoziologie der Universität Bayreuth ausgerichtet und im Iwalewahaus stattfinden; sie ist der Analyse religiöser Kommunikation und weltanschaulichem Wissen gewidmet.

Ziel der Tagung ist es, sich mit Spielarten von Wissensformen zu befassen, die als religiös bzw. mit weltanschaulichem Anspruch auftreten. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Frage liegen, in welchen Formen dieses religiöse oder weltanschauliche Wissen kommuniziert wird.

Religiöses Wissen bezeichnet nicht allein die besonderen Bestände religiöser Traditionen, sondern auch weltanschauliche Überzeugungen. Religiöses Wissen ist vor allem durch seine Funktion bestimmt, letztgültigen Sinn zu vermitteln.

Die Veranstaltung umfasst Beiträge aus drei Bereichen: Erstens empirischen Studien zu religiösen und weltanschaulichen Kommunikationsgattungen, Veranstaltungsformen und Diskursen, zweitens Beiträge zu methodischen Zugriffen für die Analyse religiöser Kommunikation und die Weltanschauungsanalyse sowie drittens theoretische Beiträge zu wissenssoziologischen Aspekten religiösen und weltanschaulichen Wissens.

Die geplanten zwanzig Vorträge behandeln höchst facettenreich die übergreifende Frage der kommunikativen Konstruktionen unabweisbarer Gewissheiten und ihrer gesellschaftlichen Wirkungen. In mehrere Sektionen gegliedert, decken sie ein breites Spektrum wissens- und religionssoziologischer Forschungsbereiche ab: Sie beschäftigen sich mit Wirkungen heiliger Texte und religiöser Reden, thematisieren die Rolle politischer Mythen, von Protest-Ritualen und weltweitem religiösen Dialog, analysieren Grabinschriften, klösterliches Schweigen oder setzen sich mit der Beschneidungspraxis auseinander. Weitere Beiträge analysieren den populärem Neo-Darwinismus, die Metaphorik religiöser Gefühle oder die Funktion sprachlicher Figuren im Buddhismus. Besondere Höhepunkte bilden zwei Vorträge: Der von Hubert Knoblauch (Berlin) zu Weltanschauung und kommunikativen Konstruktion der Transzendenz sowie der von Ronald Hitzler (Dortmund) zur ekstatischen Kommunikation bei populären Events.

Die Tagung ist kostenfrei; Anmeldungen sind bis zum 5.5.2015 möglich an E-Mail religioesekommunikation@uni-bayreuth.de

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