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Aktenzeichen XY bringt den entscheidenden Hinweis

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Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Coburg

OBERFRANKEN / BUNDESGEBIET. Hartnäckige Ermittlungs- und Fahndungsarbeit der Coburger Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Coburg führten im September zur Festnahme eines bundesweit aktiven Betrügers. Der entscheidende Hinweis kam nach einem Fahndungsaufruf bei Aktenzeichen XY.

Seit Dezember 2012 führte das Betrugskommissariat der Kripo Coburg Ermittlungen gegen EC-Karten Betrüger. Ein etwa 70 Jahre alter Mann und sein Komplize gingen immer mit der selben Masche vor. In Thermalbädern in ganz Deutschland entwendeten sie die Geldkarten von Besuchern und führten anschließend hauptsächlich im Großraum Frankfurt, und Köln unberechtigte Geldabhebungen durch.

Kripo Coburg nimmt nach Vorfall in Bad Staffelstein die Ermittlungen auf

Mitte Dezember 2012 schlugen die dreisten Gauner in der Therme Bad Staffelstein zu. Sie entwendeten die EC-Karte eines Mannes und konnten unerkannt entkommen. Unmittelbar nach dem Diebstahl gab es eine erste Abhebung an einem Geldautomaten in Nürnberg. Dieser folgten weitere in Südhessen, Köln, Nordhessen und wiederum in Köln. Die Spur des Betrügers führte weiter nach Unterfranken und endete mit einer weiteren Reise nach Köln schließlich in Frankfurt/Main. Daraufhin hat das Fachkommissariat für Betrugsdelikte der Kripo Coburg die Ermittlungen aufgenommen. Nach der Überprüfung und dem Abgleich der Bilder aus den Überwachungskameras an den Geldautomaten war schnell klar, dass es sich um zwei Täter handeln musste. Ein Mann trat ausschließlich vermummt auf und ein zweiter Täter zeigte sich jeweils völlig unmaskiert. Im Zuge des kriminalpolizeilichen Informationsaustausches, insbesondere mit der hessischen Polizei, stellte sich schnell heraus, dass der etwa 70 Jahre alte Mann seit mindestens 2010 EC-Karten in Thermen entwendete und dann an Geldautomaten die Girokonten abräumte.

Öffentlichkeitsfahndung bringt Durchbruch

Mit den Lichtbildern veranlasste die Staatsanwaltschaft Coburg die Öffentlichkeitsfahndung nach den Tätern. Neben der Veröffentlichung in den regionalen Medien, folgten Ausstrahlungen im bayerischen und hessischen Fernsehen und im Februar 2013 auch in der Sendung Aktenzeichen XY. Allerdings führten hier die Hinweise zunächst nicht zur Identifizierung.

Erst der erneute Fahndungsaufruf in der Sendung Aktenzeichen XY im Mai 2014 brachte den entscheidenden Hinweis. Ein Zuschauer war vor etwa zehn Jahren Opfer eines ähnlichen Vorfalls in einer Therme. Im Rahmen einer in diesem Zusammenhang stattgefundenen Gerichtsverhandlung saß er im Gerichtssaal dem Täter gegenüber. Dieser hat mit dem im Steckbrief abgebildeten Mann eine frappierende Ähnlichkeit. Diese Information gab der Zeuge, nachdem er den Fahndungsaufruf in der Sendung sah, an die Ermittler weiter.

Festnahme in einem südbayerischen Bäderort

Bei den nun folgenden, akribischen Recherchen der Kripo Coburg stellte sich heraus, dass der im Großraum Frankfurt wohnende Rentner bereits einschlägig vorbestraft war. Im September wurde der gesuchte Straftäter zusammen mit einer weiteren Person von den Ermittlern der Kripo Coburg in einem südbayerischen Bäderort vorläufig festgenommen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Coburg erging gegen den 74-Jährigen vom zuständigen Ermittlungsrichter Haftbefehl. Der Mann sitzt seitdem in einer Justizvollzugsanstalt. Sein Begleiter, ein 67-Jähriger musste wieder auf freien Fuß gesetzt werden. Bei den bisher geführten Ermittlungen konnte ein Schaden von weit über 50.000 Euro festgestellt werden. Einen Teil der Beute sicherten die Ermittlungsbehören durch gerichtlich angeordnete Pfändungen. Die Auswertung der sichergestellten Asservate wird noch geraume Zeit in Anspruch nehmen.

http://www.wiesentbote.de/2014/10/15/aktenzeichen-xy-bringt-den-entscheidenden-hinweis/

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