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Der erste vollständige Bockbieranstich-Kalender bei www.bierland-oberfranken.de

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Die 5. Jahreszeit dauert in Oberfranken am längsten

Die Bayern sind stolz auf ihre 5. Jahreszeit. Die Zeit, in der die Biergärten langsam winterfest gemacht werden, in der es in den Brauerei- Wirtshäusern wieder gemütlich warm wird, und: die Zeit, in der die Braumeister nach alter Tradition ihre höherprozentigen, saisonalen Stark- und Bockbierspezialitäten reifen lassen.

In Oberfranken ist die 5. Jahreszeit Kult, und sie dauert – wen wundert`s – in der Brauerei- Weltrekordregion am längsten. Nämlich von Ende September bis in den Mai, so hat Bierland Oberfranken recherchiert.  Höhepunkte der 5. Jahreszeit im Bierland Oberfranken sind dabei die vielen Stark- und Bockbieranstiche, die sich wie eine Perlenkette durch die 5. Jahreszeit ziehen. Den Startschuss für die 5. Jahreszeit gibt die Brauerei Hönig am 28. September im Diller Keller in Dörfleins bei Hallstadt, und dann geht es Schlag auf Schlag; Reckendorf, Bamberg, Bayreuth und Hof, außer den Weihnachtsferien und der Zeit zwischen Heilig Drei Könige bis Aschermittwoch

Viele kennen natürlich den Termin ihrer Hausbrauerei und vielleicht noch den der benachbarten Brauerei, aber was ist mit den anderen ? Bierland Oberfranken hat erstmals diese wichtige Wissenslücke geschlossen und zusammen mit seinem Partner guidemedia Bamberg die Termine aller Bockbieranstiche in Oberfranken recherchiert und sie in eine Veranstaltungsdatenbank ins Internet gepackt.

Ab sofort hat Oberfanken also einen lückenlosen Stark- und Bockbieranstich- Kalender, die Termine der Bockbieranstiche finden sich ab sofort bei www.bierland-oberfranken.de http://www.bierland-oberfranken.de. Aktuell sind es 70 Termine, es kommen aber noch locker 30 dazu. So mancher Braumeister hat sich eben noch nicht fest gelegt, aber auch diese Termine werden von Bierland Oberfranken nach und nach ergänzt. Und, so verspricht Bierland Oberfranken: jedes Jahr natürlich pünktlich zum Start der 5. Jahreszeit recherchiert und veröffentlicht.

Zur Beruhigung für alle, die den ein oder anderen Stark- und Bockbieranstich nicht schaffen: die Stark- und Bockbiere gibt es natürlich nicht nur am Tag des Anstichs. Je nach Brauerei reicht der Vorrat schon ein paar Wochen. Und damit ist auch das Geheimnis gelüftet, wie viele verschiedene Stark- und Bockbiere es eigentlich in Oberfranken gibt: es sind über 100. Wieder ein Weltrekord.

Hintergrundinfo (zusammen gestellt von Prof. Hengelhaupt, Genussregion Oberfranken, und dem Bayerischen Brauerbund

Prof. Dr. Uta Hengelhaupt: Bockbier

Grundsätzliches:

Bockbier ist hierzulande ein meist untergäriges Starkbier, es werden in Oberfranken aber auch obergärige Weizenbockbiere gebraut. Die Stammwürze liegt über 16%, der Alkoholgehalt bei ca. 6,5 bis 7,5%. Das Aussehen geht von goldgelb über bernsteinfarben bis feurig dunkel. Der Geruch ist malzig, leicht fruchtig und alkoholisch mit einer feinen Hopfennote. Im Geschmack sind Bockbiere kräftig-rund und süffig, von angenehmer leichter Süße und einem dezenten Bitteraroma.

Doppelbock

Doppelbockbiere sind die stärksten Biere, die in Oberfranken eingebraut werden. Sie haben oft die Endung „-ator“ und sind eine rein saisonale Spezialität. Der Eisbock wird durch das Ausfrieren von Wasser konzentriert und dadurch noch stärker.

Doppelbock-Biere sind meist untergärige Starkbiere. Der Stammwürzegehalt liegt zwischen 18,0 und 28,0%, der Alkoholgehalt liegt bei ca. 7,5 bis 11%.

Das Aussehen schwankt von hell bis dunkelbraun mit rötlichem Schimmer. Im Geschmack ist Doppelbock vollmundig, kräftig, mild spritzig. Die deutliche Süße wird durch eine leichte Hopfenbittere abgerundet. Der Nachtrunk ist ausdauernd ölig.

Geschichte

1. Fortführung der Tradition des Fastenbiere

Möglicherweise hatten diese Biere Ähnlichkeit mit den Fastenbieren, die seit dem Mittelalter in der vorweihnachtlichen und österlichen Fastenzeit in den Klöstern gebraut wurden. Seit dem 13. Jahrhundert sind alle Katholiken über sieben Jahre zu den festgelegten Zeiten zum fasten verpflichtet. Danach waren an fastentagen nur eine sättigende (warme) Mahlzeit und zwei Brotmahlzeiten erlaubt. Um die Menschen arbeitsfähig zu halten, ersetzte man fehlende Kalorien durch ein etwas stärker gebrautes Bier, das auch als flüssiges Brot bezeichnet wurde. Hierauf bezieht sich der Satz, „Flüssiges bricht Fasten nicht“. Diese Regel gilt zwar für Bier, aber nicht für Milch, Honig oder Fleischbrühe, die sehr wohl das Fastengebot brechen.

Angeblich habe man den Papst zu Rate gezogen, um die Ausnahmeregelung für das Fastenbier zu erreichen, und ihm ein Fässchen Fastenbier zugeschickt. Dieses sei aber auf der langen Reise „sauer“ geworden und habe seinen Geschmack  verloren, so dass es der Papst nicht als Genussmittel ansah und die Ausnahmegenehmigung zum Trinken von starken Fastenbieren erteilte.

Es gab sicherlich schon im Mittelalter in den Klöstern stärkere Fastenbiere, die Bock-Qualität hatten. Die Einbecker-Rezeptur dürfte aber über Bayerische Bierexporte nach Franken vermittelt worden sein.

2. Die Hansestadt Einbeck

Bockbiere  stammen zumindest dem Namen nach aus der Hansestadt Einbeck in Niedersachsen. Der Name „Bockbier“ geht also auf den Stadtnamen zurück und hat nichts mit dem Bock des Tierreichs zu tun.  Trotzdem werden auf manchen Bockbieren heute Ziegenböcke abgebildet.

In Einbeck braute man im Mittelalter obergärige Biere, die bis nach Italien ausgeliefert wurden. Um das Bier für die lange Reise haltbar zu machen und Qualität und Geschmack zu erhalten, wurde es mit einer sehr hohen Stammwürze gebraut. Auf diese Weise entstand das bis heute beliebte Bockbier mit seinem markanten Geschmack und seinem hohen Alkoholgehalt.  +

3. Eisbock: eine fränkische Erfndung

Immerhin gilt der Legende nach die Erfindung des Eisbocks als eine fränkische. Es wird erzählt, dass um das Jahr 1890 ein Brauergeselle im oberfränkischen Kulmbach Fässer mit Bockbier im Freien stehen ließ. In der folgenden Winternacht gefror ein Teil des im Bier befindlichen Wassers; der Alkohol und die restlichen Bestandteile des Biers sammelten sich in konzentrierter Form im Inneren dieses Eisblocks an. Am Tag darauf ordnete der Meister seinem Gesellen an, die Blöcke zur Strafe aufzuschlagen und die Flüssigkeit im Inneren auszutrinken. Zur Überraschung der beiden war diese durchaus genießbar: Sie hatten durch Zufall den Eisbock erfunden, ein Bier, das stärker war als alles andere, was man zuvor nach dem Reinheitsgebot brauen konnte. Auch heute noch basiert das Verfahren auf diesem einfachen Prinzip, bei welchem dem Starkbier durch Gefrieren Wasser entzogen wird.

Presseinfo Bayerischer Brauerbund

Fromme Mönche, strenges Fasten, starke Biere

In Bayern ticken die Uhren bekanntermaßen etwas anders. Begnügt man sich außerhalb des Freistaates mit vier Jahreszeiten, legen die Bayern großen Wert auf eine fünfte: die Zeit der Fastenstarkbiere. Vor Jahrhunderten in Klosterbrauereien entwickelt, haben die stark eingebrauten Biere von Josephi (19. März) bis zum Beginn der Karwoche im Bierland Bayern Hochsaison. Bei zahlreichen Starkbierfesten sind die gehaltvollen, malzbetonten Traditionsbiere die Stars. (Bockbierfeste in Bayern)

Von jeher brauten Ordensleute wohlschmeckendes Bier, das ihnen als köstliche Ergänzung zu den kargen Klosterspeisen diente. Vor allem während der strengen Fastenzeit war den Mönchen daran gelegen, die wenige feste Nahrung, die sie zu sich nehmen durften, durch gehaltvolle Getränke zu kompensieren. Denn es galt die Regel: „Flüssiges bricht Fasten nicht!“. Die kundigen Braumeister erkannten rasch, dass Bier angenehm sättigte, wenn man es nur stark genug einbraute.

Die Braugenehmigung war „Chefsache“.

Zur Starkbierherstellung benötigten die Klöster eine gesonderte Genehmigung durch die kirchliche Obrigkeit. Und so füllte man ein Fässchen ab und schickte es zum Papst nach Rom. Dort angekommen, kostete der Heilige Vater den viel gelobten Trank und hatte keinerlei Bedenken, dass er dem Seelenheil der Mönche abträglich sei: Durch die lange Reise, den holprigen Transport über die Alpen und die südlichen Temperaturen war das Bier sauer geworden und hatte einen grauslichen Geschmack.

In der Heimat schmeckte der Fastentrunk nicht nur den Mönchen. Die Kunde von den wuchtigen, malzbetonten Bieren hatte sich schnell herumgesprochen. Noch heute ist in Bayern alljährlich um den Josephitag (19. März) Starkbieranstich und zahlreiche Brauereien und Wirtshäuser veranstalten zünftige Feste.

Das bekannteste und traditionsreichste bayerische Starkbierfest fand am 16.März auf dem höchsten Berg Münchens statt, dem Nockerherberg. Hier versammelt sich alljährlich die bayerische Prominenz zum „Salvatoranstich“, gewürzt durch das berühmte „Politiker-Derbleckn“ (Verspotten).

Die Oberfranken pflegen mit den legendären „Eisbockfesten“ eine lebendige Tradition. Der Eisbock verdankt seine Entstehung einem fränkischen Brauergesellen, der nach einem langen Arbeitstag keine Lust mehr hatte, die schweren Bierfässer vom Brauereihof in den Keller zu rollen. In der eiskalten Nacht gefror das Bier in den Fässern und sie barsten. In der Mitte dieser Eisblöcke hatte sich jedoch ein Konzentrat gebildet, das dank seines hohen Alkoholgehaltes nicht gefroren war.

Als der Meister am nächsten Morgen das Unglück entdeckte, befahl er dem Gesellen zur Strafe die braune Flüssigkeit zu trinken. Der war nach anfänglichem Zaudern schnell begeis-tert: Das Gefrieren hatte dem kräftig eingebrauten Starkbier Wasser entzogen und so ein kräftiges, sämiges und sehr malziges Bier hervorgebracht. Der Eisbock war geboren. Bei den alljährlichen „Eisbockfesten“ in Kulmbach und Umgebung tragen Büttner zum offiziellen Eisbockanstich einige historische Holzfässer mit gefrorenem Starkbier auf die Büh-ne. Sie entfernen die Eisenringe des Fasses und zapfen den Eisbock durch ein in den Eismantel gebohrtes Spuntloch an. Beim anschließenden „Prosit der Gemütlichkeit“ schmeckt das Starkbier doppelt so gut!

BIERKUNDE – Fastenstarkbiere

Bayerische Bock- und Doppelbockbiere gehören zu den Starkbieren.

Für Bockbiere sind mindestens 16 % und für Doppelbockbiere mindestens 18 % Stammwürzegehalt vorgeschrieben. Daraus ergibt sich ein Alkoholgehalt von ca. 6,5 % bis über 7,5 %.

Der Eisbock ist mit nahezu 25% Stammwürze- und über 8 % Alkoholgehalt eine der stärksten bayerischen Bier-Spezialitäten. Man nennt ihn auch „Bayerisch G´frorns“.

Auch das obergärige Weizenbier gibt es als Weizenbock und Weizendoppelbock.

Doppelbockbiere (hell oder dunkel) schmecken vollmundig, malzbetont und haben oft eine leichte Karamellnote.

Charakteristisch für die Fasten-Doppelbockbiere sind ihre klangvollen Namen, die allesamt auf -ator enden, z. B. Salvator, Animator, Bajuvator, Maximator, Optimator, Triumphator, Delicator, Vitaminator …

Ob in der traditionellen Steingutmaß oder im 0,1-Liter-Krügerl als prickelnd vollmundiger Aperitif genossen, die bayerischen Starkbiere sind echte Feinschmecker-Biere!

Der besondere Tipp: Malzbetonte Starkbiere harmonieren besonders gut zu gehaltvollen Süßspeisen wie beispielsweise zu Bayerisch Crem oder in Bierteig gebackenem Obst mit Bockbierschaum.

Von der Herstellung

Allen Stark- oder Bockbieren ist gemein, dass sie einen Stammwürzegehalt von mindestens 16 Prozent haben müssen. Beim Doppelbock muss der Stammwürzegehalt sogar mindestens 18 Prozent betragen.

Nicht verwechselt werden darf dieser Stammwürzegehalt mit dem Alkoholgehalt.

Die „Stammwürze“ beschreibt den Anteil gelöster Stoffe, also vor allem Malzzucker, aber auch Eiweiß, Mineralien oder Vitamine, in der Würze vor der Vergärung. Da die Hefe bei der Vergärung den in der Würze gelösten Zucker in Alkohol und Kohlensäure umwandelt, liegt es auf der Hand, dass ein höherer Stammwürzegehalt auch zu einem höheren Alkoholgehalt des fertigen Bieres führt. Als Daumenregel für die Umrechnung von Stammwürze- auf Alkoholgehalt gilt: der Alkoholgehalt beträgt etwa ein Drittel des Stammwürzegehaltes.

So hat ein Bockbier in der Regel einen Alkoholgehalt von über 6 %, ein Doppelbock ist über 7 Vol. % Alkohol anzusiedeln (einige der besonders starken Bockbiere wie der Eisbock schaffen sogar einen Alkoholgehalt von über 10 %). Zum Vergleich, ein normales Vollbier weist einen Alkoholgehalt zwischen 4,5 und 5,0 Vol. % auf.

Auch beim Bockbier lassen sich untergärige und obergärige Biere unterscheiden. Zwar ist traditionell der weitaus größte Teil der Starkbiere untergärig, aber auch zahlreiche Weizenbierhersteller haben inzwischen Weizenbock und in einigen Fällen auch Weizendoppelbock in ihrem Sortiment.

Um ein Bier, das dem Einbeck’schen geschmacklich gleichkam, selbst brauen zu können, wurde der Beschluß gefaßt, in München ein Hofbräuhaus (das „Braune Hofbräuhaus“ im Gegensatz zum erst 1605 in Betrieb genommenen „Weißen Hofbräuhaus“) zu errichten, das 1591 fertiggestellt werden konnte. Es stand dort, wo noch heute das weltberühmte Hofbräuhaus (das allerdings 1897 im Stil der damaligen Zeit neu aufgebaut wurde) steht: am „Platzl“ in der Münchener Innenstadt.

Wenngleich das Bier bald auch nach Regensburg, Landshut und Straubing an Mitglieder des herzoglichen Hofes verschickt wurde und ab 1610 sogar an Wirte und Privatleute verkauft wurde, so recht konnte es geschmacklich mit dem Einbecker Vorbild nicht mithalten. Und so entschloß man sich, einen Einbecker Braumeister, Elias Pichler, abzuwerben und in herzogliche Dienste zu stellen. 1614 begann das Hofbräuhaus mit der Herstellung von Bier nach „Einbecker Art“.

Aus diesem „Ainpöckisch Bier“ wurde das „Ainpöck“ und mit den Jahrhunderten schlicht das „Bockbier“. Die Bezeichnung „Bock“-Bier ist demnach für Biere mit hohem Stammwürzegehalt die ältere; der heute verbreitete Sammelbegriff „Starkbiere“ ist eine Wortschöpfung unseres Jahrhunderts.

Geschichte des Bockbieres http://www.bayrisch-bier.de/bayerisches-bier.de/index.php?StoryID=102

„Flüssiges bricht Fasten nicht“

Eine Sonderrolle bei der Fortentwicklung des bayerischen Starkbieres kommt den Klöstern zu. Die Mönche, gewöhnlich des Lesens und Schreibens kundig, waren in der Lage, die Kunst des Bierbrauens systematisch weiterzuentwickeln. Erfahrungen wurden gesammelt, Rezepturen schriftlich festgehalten und mit den Jahren systematisch verbessert.

Das Bier galt in den Klöstern als nahr- und vor allem schmackhafte Ergänzung der ansonsten eher kargen Kost. Vor allem während der Fastenzeit war man bestrebt, die stark eingeschränkte Aufnahme fester Nahrung durch entsprechend gehaltvolle Getränke zu kompensieren, denn: Flüssiges bricht Fasten nicht!

Die Herstellung von Starkbieren in den Klöstern bedurfte jedoch – so sagt es die Legende – einer gesonderten Genehmigung durch die kirchliche Obrigkeit und war „Chefsache“. Um dem Papst einen Eindruck vom wohlschmeckenden klösterlichen Starkbier zu vermitteln und so die Erlaubnis zu erwirken, dieses für den Verzehr im Kloster herstellen zu dürfen, füllte man ein Fäßchen ab und schickte es zum heiligen Stuhl nach Rom.
Beim Transport über die Alpen kräftig geschüttelt und unter italienischer Sonne immer wieder erwärmt, kam es Wochen später – unterdessen sauer geworden – beim heiligen Vater an. Der kostete vom viel gepriesenen Trunk – fand ihn gräulich, deshalb dem Seelenheil seiner Brüder nördlich der Alpen nicht weiter abträglich und erteilte die gewünschte Braugenehmigung.
Also braute man nahrhafte Fastenstarkbiere ein, eine Tradition, die sich auch außerhalb der Klostermauern bis heute großer Beliebtheit erfreut.

Fastenstarkbiere

Geistliche Rezepturen für weltlichen Genuss

Während der Frühling draußen noch auf sich warten lässt, ist’s in Bayerns Wirtshäusern warm und behaglich: Hier wird zusammen- gerückt, Bier getrunken, herzhaft geschmaust und am Stammtisch gekartelt. Den ersten Ausschank der traditionellen Fastenstarkbiere feiern Brauereien und Wirtshäuser vielerorts mit zünftigen Bockbierfesten.

Die Starkbierzeit heißt in Bayern auch „Fünfte Jahreszeit“. Jährlich wird um den Josephitag (19. März) der Starkbieranstich begangen. Das bekannteste bayerische Starkbierfest findet auf dem Münchner Nockherberg statt. Der „Salvatoranstich“ und das berühmte „Politiker-Derbleckn“ ziehen jedes Jahr Bayerns Prominenz an. Im Bierkalender http://www.bayrisch-bier.de/bayerisches-bier.de/index.php?StoryID=4 finden Sie die Termine der Starkbierfeste aus allen Regionen Bayerns.

Die Fastenspeise der frommen Mönche – Geschichte des Fastenstarkbieres
Die hohe Schule der Braukunst hat ihren Ursprung in den bayerischen Klöstern des 11. Jahrhunderts. Denn als das einfache Volk noch schlicht drauflos braute, pflegten die schriftkundigen Nonnen und Mönche bereits präzise Rezepturen. Bier wurde von jeher als nahr- und schmackhafte Ergänzung zur eher kargen Kost, die es in den Klöstern gab, betrachtet. Besonders in der Fastenzeit versuchten die bayerischen Mönche durch gehaltvolle Getränke den Mangel an fester Nahrung zu kompensieren, denn es galt: „Flüssiges bricht Fasten nicht.“

So entwickelten die bierkundigen Geistlichen das Starkbier, um den durch das Fasten geschwächten Körper zu stärken. Denn das „flüssige Brot“, wie der kräftige Trunk von den Klosterbewohnern auch genannt wurde, hatte eine ausgesprochen sättigende Wirkung.

Heute stammen die meisten Fastenstarkbiere <http://www.bayrisch-bier.de/bayerisches-bier.de/index.php?StoryID=134> nicht mehr aus Klöstern, sondern aus weltlichen Brauereien. Etwa ein halbes Dutzend der Braustätten ist noch in kirchlicher Hand, z. B. die weltberühmten Brauereien der Klöster Andechs, Weltenburg und Ettal. Hier lässt sich die wohlschmeckende Spezialität direkt am Brauort genießen. Hier finden Sie alle bayerischen Klosterbrauereien <http://www.bayrisch-bier.de/admin/ImageServer.php?download=true&ID=8e089a442@bayerisches-bier.de>.

Die meisten Bock- und Doppelbockbiere werden untergärig aus Gerstenmalz gebraut. Es gibt jedoch auch obergärige Weizenbockbiere. Für alle Starkbiere gilt: Sie sind gemäß dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 nur mit Wasser, Malz, Hopfen und Hefe gebraut.

Für das stärkste der starken – das Doppelbockbier – ist ein Stammwürzegehalt von mindestens 18 Prozent vorgeschrieben. Als Stammwürze bezeichnet man die Stoffe, die vor der Vergärung in der Würze gelöst sind: vor allem Zucker, aber auch Eiweiß, Mineralien und Vitamine. Bei der Vergärung wandelt die Hefe den gelösten Zucker in Alkohol und Kohlen-säure. Mit dem Stammwürzeanteil steigt also auch der Alkoholgehalt eines Bieres. Als Faustregel gilt: Der Alkoholgehalt entspricht etwa einem Drittel des Stammwürzegehalts. Ein Doppelbock hat über sieben Prozent Alkohol.

Es gibt dunklen und hellen Doppelbock. Die Farbe des Bieres hängt allein vom verwendeten Malz ab. Dunkle Malze geben dem Bier einen anderen Geschmack als helle, sorgen jedoch nicht, anders als häufig angenommen, für einen höheren Stammwürze- bzw. Alkoholgehalt. Doppelbockbiere, ob hell oder dunkel, schmecken vollmundig, malzbetont und haben oft eine leichte Karamellnote.

http://www.wiesentbote.de/2012/09/25/der-erste-vollstaendige-bockbieranstich-kalender-bei-www-bierland-oberfranken-de/

Ein Kommentar

  1. Den ersten „vollständigen“ fränkischen Bockbier-Kalender konnte man/frau im Internetportal „Braukulturland Franken“ im Jahre 2006 einsehen. Auch für die Bockbier-Saison 2012 können die Liebhaber(innen) des Bockbieres die Termine des ersten Ausschanks auf der Bockbier-Webseite von „Braukulturland Franken“ finden. Der Bockbier-Kalender kann auch in Form eines DIN-A5-Heftchens für unterwegs ausgedruckt werden.
    http://www.braufranken.de
    oder
    http://www.braufranken.de/html/bockbier.html

    Mit fränkischen Grüßen und einem kräftigen Prost!
    Elmar R. Göller – Webmaster von „Braukulturland Franken“

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